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Wie können Frauen ihre Geburt selbstbestimmt erleben? – mit Judith Langasch

Shownotes

Die Geburt eines Kindes ist einer der prägendsten Momente im Leben einer Frau. Gleichzeitig wird sie oft als blanker Horror dargestellt und ist für viele mit Unsicherheit und Angst verbunden: vor Schmerzen, vor Kontrollverlust und davor, dass etwas schiefgeht. Aber muss das wirklich so sein? Mit der Filmemacherin Judith Langasch sprechen wir darüber, wie die Entbindung auch anders erlebt werden kann. Sie verrät, was Frauen brauchen, um die Geburt als selbstbestimmt, stärkend und positiv zu erfahren – von der Vorbereitung über mentale Techniken bis hin zur Frage, welche Rolle Hebammen, Doulas und Ärzt:innen spielen sollten.

Hier findet ihr Judiths Film Reclaim Your Birth.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Warum

00:00:01: gibt es die Welt?

00:00:03: Papa, ich hab dich lieb.

00:00:05: Mama macht die Arbeit und Papa macht den Quatsch.

00:00:08: Beste Vaterfreuden, der langweilige Podcast übers Vater sein.

00:00:15: Ja, ja, ja!

00:00:23: Hallo und herzlich willkommen zu Beste Vaterfreuden.

00:00:25: Hallo und wir sind heute nicht allein, denn wir wollen über die Geburt sprechen.

00:00:30: Bei Max und mir war das ja... Ja ganz schön langwierig und mit Komplikation verbunden und es hat sich nicht selbstbestimmt angefühlt und wir können ja nur aus der Perspektive des Mannes sprechen.

00:00:45: und die Gespräche die ich mit der Mama von.

00:00:47: meiner Tochter geführt haben, waren auf jeden Fall heftig.

00:00:50: Also für sie war es sehr, sehr krass.

00:00:52: Und deswegen wollen wir heute einmal darüber sprechen, wie es eben auch laufen kann und was wir dafür tun können, eine angenehmere Geburt zu haben, die selbstbestimmt ist.

00:01:01: Und dafür haben wir Judith Langasch da.

00:01:04: Sie ist Mutter einer Tochter, die knapp zwei Jahre alt ist, lebt in Wien.

00:01:08: Sie ist Journalistin, Autorin und Filmemacherin und hat den Dokumentarfilm Reclaim Your Birth rausgebracht.

00:01:15: Und da interviewt sie halt du Lars, dann Hebam, Gebärende und ganz, ganz viele Menschen und schaut, was gehört denn dazu?

00:01:23: Judith, erstmal herzlich willkommen, schön, dass du da bist.

00:01:26: Hi, schön, dass ich da sein darf.

00:01:29: Du hast dich auf den Weg gemacht, den Film zu produzieren und hast ganz, ganz viele Menschen getroffen, aber eigentlich nicht aus einem eigenen traumatischen Erlebnis, weil deine Geburt Livia ganz schön ab, oder?

00:01:41: Ich hatte eine absolut schöne Geburt, ja.

00:01:43: Und das ist daraus tatsächlich die Idee entstanden, weil ich nach der Geburt so aufgefragt worden bin.

00:01:49: Na, wie war die Geburt oder wie schlimm war die Geburt?

00:01:52: Und wenn man dann von einem positiven Erlebnis erzählt, ist das eigentlich eher eine... seltenheit beziehungsweise wissen die leute gar nicht so recht wie sie damit umgehen sollen.

00:02:03: und daraus ist eigentlich die idee für den film entstanden wo ich mir dacht habe wie kann denn das sein?

00:02:08: warum ist geburt in unserer gesellschaft so dermaßen negativ behaftet?

00:02:12: warum gibt so viele wirklich schlimme geburtserfahrungen?

00:02:16: kann das nicht auch generell anders gehen?

00:02:18: ja

00:02:19: max wie war das denn bei dir noch mal?

00:02:21: ihr hattet ein keilserschnitt oder zwei keilserschnitte.

00:02:24: Lustig, ich habe mich meiner Tochter gestern auch gefragt, wie sie noch mal zur Welt gekommen ist.

00:02:28: Sie hatte das, obwohl ich das schon erzählt habe, natürlich vergessen.

00:02:31: Sie war ein Notkaiserschnitt.

00:02:32: Und das war für sie auch noch mal was bedeutet.

00:02:33: Das ist ein Notkaiserschnitt.

00:02:34: Wieso hat denn das nicht normal geklappt und warum not?

00:02:38: Und dann musste ihr das noch mal alles erklären, was passiert ist.

00:02:41: Nämlich, dass sie sich in die Nabesschnur verwickelt hatte und sich die selber um den Hals gelegt hat und bei der Geburt die Gefahr bestanden hätte, dass sie sie selber erwirkt.

00:02:47: Und somit war es ein Notkaiserschnitt, der dann irgendwie mit einem Arzt, der dann auch nicht in dem Krankenhaus... vor Ort war, weil es war kein Krankenhaus, sondern eine Geburtstation.

00:02:55: Der musste dann extra kommen.

00:02:57: Es war hochdramatisch, deswegen due deine Beschreibung.

00:03:00: Hey, die Frage nach der Geburt ist bei mir auch immer erst mal mit, wie schlimm war es denn bei euch konnotiert?

00:03:05: und bei meinem Sohn war es dann so, dass die.

00:03:08: auch nicht natürlich passieren konnte, weil die Ärztin, die uns meine Frau veruntersucht hat, das so eingeschätzt hat, dass es zu gefährlich ist, dass die Naht noch mal aufreist und deswegen wurde dann dort auch ein geplanter Kaiserschnitt durchgeführt, der in dem Gespräch meine Frau ganz schön erschüttert hat, weil sie wollte das und das war mir bis dahin gar nicht bewusst, dass das für Frauen auch ein großes Thema ist, das aus eigener Kraft schaffen und halt auch das mit einem positiven Erlebnis verknüpfen, was ihr dadurch verwehrt wurde, dass es halt medizinisch nicht gegangen wäre.

00:03:34: Also beide Geburten waren ... Die eine hochdramatisch und die andere halt nicht natürlich, sondern... Und das finde ich ist bei Kaiserschnitten auch, jetzt bei der zweiten habe ich es ja erlebt.

00:03:43: Es

00:03:44: ist ein bisschen weicher am Anfang dabei.

00:03:46: Die Frau, die Mutter ist gar nicht so richtig involviert.

00:03:49: Es passiert ja alles nicht aus ihrer eigenen Kraft, sondern es wird ihr einfach entnommen, das Kind.

00:03:54: Und es hat nicht viel mit natürlichen, natürlich nicht mit einer natürlichen Geburt zu tun und mit dem eigenen schaffen.

00:03:59: Aber ich glaube, Jakob, bei dir war es eh nicht dramatisch, oder?

00:04:02: Ja, also bei uns gab es... ...dreißig Stunden wehen, also wie bei dir Judith, aber dann mit dem ... ... Ergebnis, wir müssen in den Kaiserschnitt gehen und ... ... was ich ... ... noch ganz krass in Erinnerung hatte, war der ständige Wechsel von Hebammen, ... ... weil wenn du da dreißig Stunden drin bist, ... ... dann muss das Personal ja auch wechseln und ... irgendwie diese hektische Atmosphäre im Krankenhaus, dass immer die Tür aufgestoßen wurde, irgendwann ohne anklopfen, wenn man immer so aufgeschreckt ist.

00:04:31: Dann, was auch ultra krass war, war die PDA, also diese Prä- Perdioal Anästhesie.

00:04:40: Diese Rückenspritze, die hat sie auch bekommen.

00:04:42: Und das war, als ob ein Schlechter ins Zimmer kommt, der hat sie so bam reingesetzt.

00:04:46: Und dann habe ich mir den auch noch mal geschnappt, wie er so agiert.

00:04:49: Und der war total im Stress.

00:04:51: Ich hatte schon überlegt, ob ich mal die Luft aus seinem Motorradreifen rauslasse.

00:04:55: Also

00:04:56: für uns war es ganz schrecklich.

00:04:57: Und das Krankenhaus, wo das stattgefunden hat, hier in Berlin, haben wir auch seitdem nicht weiter empfohlen.

00:05:02: Meine Schwester hatte da ihre Kinder gekriegt und hat mir ein ganz gutes Gefühl, aber war ein Riesenabfall.

00:05:07: Aber ganz ehrlich, da können wir dann nachher darüber reden.

00:05:10: Alles, was du jetzt schilderst, ist Worst Case für eine schöne Geburt.

00:05:15: Also das fängt mit dem Türenschlagen an, mit der Hektik.

00:05:17: Das ist all das, was es verhindert, dass du in Ruhe dein Kind zur Welt bringen kannst.

00:05:23: Ja, was ist dir denn auf deinem Weg?

00:05:27: das Filmemachens begegnet.

00:05:29: Du hast ja Gespräche mit Experten geführt.

00:05:33: Was sind denn so Faktoren, die dazu beitragen, dass eine Geburt nicht so schön verlaufen kann?

00:05:38: Vor allem findet es ja auch schon davor statt.

00:05:40: Also, wie stelle ich mich darauf ein?

00:05:42: Habe ich ganz viel Angst?

00:05:44: Und beschäftige ich mich nur mit Schreckenszenarien?

00:05:46: Dann reagiert ja auch mein Körper darauf.

00:05:49: Das heißt ja, dass ich mich eher zusammenziehe, weil in der Angst werden wir eher fest und öffnen uns nicht was.

00:05:56: Kannst du da also aufführen?

00:05:58: Vor allem Angst, wie du sagst, hindert halt die Oxytocinausschüttung.

00:06:02: Und die Oxytocinausschüttung ist so wichtig für die Geburt.

00:06:06: Also ohne geht's eigentlich nicht.

00:06:08: Und sobald du Angst hast, worst case-Szenario.

00:06:12: Da kommt das einfach nicht mehr.

00:06:13: Das heißt, ich würde gerne mal vorher anfangen.

00:06:16: Wie du sagst, wir haben Angst vor der Geburt.

00:06:18: Welche Bilder haben wir vor der Geburt?

00:06:20: Und ihr habt jetzt beide Geburten miterlebt.

00:06:25: Da wird schon ein bisschen beeinflusst davon.

00:06:27: Aber wenn ich jetzt mal sage, mach's mal eure Augen zu.

00:06:32: Kurzes Gedankenexperiment.

00:06:33: Können eure Hörer, eure Hörerinnen.

00:06:35: Habt ihr mehr Männer?

00:06:36: Wir haben wirklich mehr Männer, diesen Podcast.

00:06:40: Macht eure Augen zu und stellt euch vor eine Geburt.

00:06:45: Wenn ich jetzt sage, stell dir so eine klassische Geburt vor.

00:06:50: Wo ist die Frau?

00:06:53: In welchem Raum ist sie?

00:06:55: Auf dem Rücken und schreit, wer ist bei ihr?

00:06:59: Ich.

00:07:01: Noch jemand?

00:07:01: Ärzte,

00:07:02: Schwestern.

00:07:04: Viele.

00:07:05: Zwei bis drei.

00:07:08: Stehen runter rum, wie geht's der Frau?

00:07:10: Nicht gut.

00:07:13: Wie leidet, also ich gucke auf eine leidende Person.

00:07:16: Genau.

00:07:17: Und das ist genau das Bild, das wir von klein auf in Filmen sehen, oder?

00:07:21: Geburt ist eigentlich immer eine hochdramatische, gefährliche Situation, wo die Frau am Rücken liegt.

00:07:28: Schreit.

00:07:29: Ein rettender Arzt steht im Kreißsaal, entbindet dieses Kind.

00:07:32: Das ist die Situation von Geburt, die wir von klein auf in den Filmen sehen.

00:07:36: Schon eigentlich krass, was da auch für ein Bild vermittelt wird und in welche Rolle sich der Mann wieder rückt.

00:07:44: Also, als Retter macht's

00:07:45: den Retter

00:07:46: ja schon.

00:07:47: Auch das überlassen wir nicht den Frauen alleine.

00:07:49: Wirklich?

00:07:50: Ja.

00:07:51: Nämlich tatsächlich.

00:07:52: im letzten Jahrhundert haben sich die Ärzte in diese Rolle ... getränkt und haben die Hebamme ein bisschen entmachtet.

00:07:59: Das war tatsächlich so im letzten Jahrhundert und zieht sich jetzt, glaube ich, ein bisschen noch so weiter.

00:08:05: Aber das spielt auch in der Rolle.

00:08:06: Magst du den Prozess einmal erläutern?

00:08:08: Das heißt, die Ärzte haben die Hebamme entmachtet, die vorher eigentlich die Geburtsbegleitung zu hundert Prozent übernommen haben und dementsprechend hat sich der Geburtsprozess verändert.

00:08:21: Was meinst du damit genau?

00:08:23: Naja, also dann möchte ich jetzt... Ich habe im Film auch Michelle O'Donne und Michelle O'Donne ist so eine Chorifé, die Chorifé in der Geburtshilfe.

00:08:33: und Michelle O'Donne ist ein französischer Mediziner, er ist diesen Sommer verstorben, und ich habe in letztes Jahr eben mit vierundneutzig noch interviewt, sehr beeindruckender Mann.

00:08:45: und er schildert in seinen Büchern, hat ganz viele Bücher geschrieben, schildert einfach wie er im letzten Jahrhundert.

00:08:52: als Arzt auf einmal zur Geburt zugeholt worden ist, weil Kaiserschnitte plötzlich funktioniert haben und so einfach waren.

00:09:01: Aber da hat man halt einen Arzt dazu gebraucht.

00:09:03: Das heißt, so braucht es jemanden, der eine Frau aufschneiden kann, hat gesagt.

00:09:07: Und so sind auf einmal Ärzte in diesen Prozess reingekommen und haben da einfach diese ... ja, ihre Macht, ihre Rolle übernommen.

00:09:20: Und die Frauen einfach ... Die Hebammen, das heißt dieser ganz behütete, langsame physiologische Prozess, das ein bisschen verdrängt von wegen, ah, es kann ja schnell gehen und mit einem Kreuzerschnitt ganz besonders schnell gehen und wir können das.

00:09:37: Und so hat sich das ein bisschen entwickelt, dass da jetzt plötzlich die Herrschaft über den Geburtsprozess hatten.

00:09:44: Ganz kurz zusammengefasst.

00:09:46: Aber tatsächlich für eine Geburt brauche ich eine Hebamme, also auch gesetzlich, eine Hebamme.

00:09:53: Aber eigentlich brauche ich keinen Arzt dazu, wenn es physiologisch verläuft.

00:09:57: Das heißt, man unterscheidet dazwischen physiologischen und pathologischen Geburten.

00:10:01: Das heißt, eine physiologische Geburt ist einfach diese natürliche Prozesse abläuft.

00:10:07: Und wenn es dann in eine medizinische Indikation geht, dann bist du in der Pathologie drin und da heißt einfach, man muss diesen Prozess unterscheiden, braucht es wirklich einen Arzt?

00:10:20: Oder passiert es nicht eigentlich durch das, was Ärzte oder was rundherum passiert, dass man aus so einem physiologischen Prozess eine Pathologie macht, die von vorn heran eigentlich gar nicht notwendig wissen

00:10:32: wird?

00:10:32: Okay,

00:10:33: das ist ja wirklich eine spannende Perspektive.

00:10:36: Das heißt, im Umkehrschluss können wir uns mehr darauf konzentrieren, was es braucht.

00:10:44: um natürlich zu entbinden, um einen Rahmen zu schaffen, der das fördert.

00:10:48: Und lass uns das doch mal systematisch durchgehen.

00:10:51: Was heißt das im Vorfeld für die werdenden Eltern?

00:10:55: Wie können sie sich mit Geburt beschäftigen?

00:10:57: Was für Aufklärung ist sinnvoll?

00:10:59: Was für Vorbereitung?

00:11:01: Was für ein Mindset im Sinne von, welche Gedanken mache ich mir?

00:11:06: Wie gehe ich auch mit Ängsten um?

00:11:07: Was würdest du da aus dem Wissen, was du in deinem Film gesammelt hast, zusammenstellen?

00:11:12: Also es fangte mal damit an, dass ich mich eben mal mit meinem Bild von Geburt auseinandersetzen muss.

00:11:18: Mal schauen, okay, wie denke ich über Geburt?

00:11:21: Ist es eben dieses angstvoller Bild, ist es auch, welche Geschichte wurde mir zum Beispiel von meiner eigenen Geburt, wie ich zur Welt gekommen bin erzählt?

00:11:32: Zum Beispiel meine große Sorge war die Sauglocke.

00:11:35: Ich wusste meine Mutter, ich war das vierte Kind, eigentlich ging alles total schnell.

00:11:40: Meine Mutter ist ins Krankenhaus und im Krankenhaus haben auf einmal die Wehen ausgesetzt.

00:11:44: Verstehe ich jetzt auch, warum.

00:11:46: Und dann wurde ich mit der Sauglocke geholt.

00:11:49: Das heißt, ich hatte wahnsinnige Angst vor dieser Sauglocke.

00:11:52: Und da war meine Gynäkologin, die auch im Film ist, wirklich super und hat gesagt, okay, Sie hat mich nach genau dieser Geschichte gefragt und ist dann mit diesem kleinen Gerät gekommen, dass diese Sauglocke ist.

00:12:02: Und ich habe mir das immer riesengroß und beängstigend vorgestellt.

00:12:07: Und es war halt dieses kleine Gerät, hat es mir auf die Hand gehalten und dann gesagt, okay, so fühlt sich das an.

00:12:13: Nicht, dass ich das haben möchte, aber so fühlt sich das an und hat mir davon mal die Angst genommen.

00:12:18: Wie groß ist denn die Sauglocke, wenn du es jetzt gerade so beschreibst?

00:12:21: Sag mal.

00:12:21: So,

00:12:22: hätte ich jetzt mal gesagt.

00:12:23: Heutzutage ist die Nummer so... Was ist das?

00:12:25: Das sind das, das sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das,

00:12:30: sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind

00:12:32: das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind

00:12:36: das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind

00:12:40: das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das,

00:12:42: sind das, sind das, sind das, sind das, sind das,

00:12:45: sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das,

00:12:48: sind das, sind das,

00:12:49: sind das, sind das, sind das, sind

00:12:51: das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das, sind das weil eben plötzlich vielleicht das Gefühl von Sicherheit fehlt, das Gefühl von Wohlfühlen fehlt, all die Oxidozin-Ausschüttung gehemmt wird.

00:13:03: Aber jetzt springen wir wieder, gehen wir zum Vor der Geburt.

00:13:08: Das heißt, du musst schauen, welches Bild habe ich von Geburt und welche Bedürfnisse habe ich denn?

00:13:13: Was gibt mir denn Sicherheit unter der Geburt?

00:13:17: Brauche ich einen Umfeld, wo jegliche medizinische Intervention sofort möglich ist, weil mir das Sicherheit gibt?

00:13:24: oder brauche ich ein Umfeld, das eben eher wie mein Zuhause ist, dass es vielleicht eher ein Geburtshaus ist.

00:13:32: Aber dazu muss ich mich mit mir auseinandersetzen, mit meinen Ängsten auseinandersetzen und da mal dahinter blicken.

00:13:38: Das heißt, all diese Entscheidungen, die ich im Vorfeld treffe, beeinflussen den Geburtsprozess.

00:13:44: Und das muss uns mal bewusst sein, dass Geburt jetzt keine reine Glückssache ist, sondern dass wir selber diesen Prozess mitbestimmen können.

00:13:54: Ja.

00:13:56: Und auch zum Beispiel mir zu überlegen, okay, wie ist das denn mit meinem Partner?

00:14:00: Möchte ich den dabei haben bei der Geburt?

00:14:03: Sagen die meisten ja sicher.

00:14:05: Der Partner kann eine total wertvolle Stütze sein, aber nur, wenn ich nicht während der Geburt das Gefühl habe, ich muss mich jetzt auch noch um meinen Partner kümmern.

00:14:14: Oder der Partner nach der Geburt, wenn das Kind dann da ist, direkt unmächtig wird, so wie es mir passiert ist.

00:14:20: Aber konnte deine Frau dich nicht noch auffangen schon, oder?

00:14:23: Hat sich doch mit einem lang ausgestreckten Arm gemacht, dass du da noch gehalten wurdest und dann kamst du mit ins Bettchen und neu geboren, dann wurde sie noch zugenäht, der Bauch, also ja.

00:14:33: Das ist Kehrarbeit.

00:14:34: Naja, die zwei Schwestern, die gerade noch bei meiner Frau waren und dort Unterstützer haben, mussten dann sich erst mal mich kümmern.

00:14:38: Also von daher hat sie sich ja indirekt.

00:14:41: Du hast dich

00:14:41: wieder in den Mittelpunkt geohnmachtet.

00:14:46: Hast du dich ganz theatralisch wieder in den Mittelpunkt gespielt?

00:14:49: Also, einmal sich darüber Gedanken machen, was habe ich für ein Bild in meinem Kopf von Geburt, was wurde auch medial geprägt, was wurde mir erzählt über meine eigene Geburt, was habe ich mitbekommen.

00:15:01: Und das hat ja dann Ein Einfluss darauf wie ich über die Geburt die kommen denke und was ich dazu fühle.

00:15:08: das ist ganz wichtig.

00:15:09: Und wie kann man sich da positive Bilder schaffen?

00:15:12: also wenn das das ist was in der Welt so am meisten verbreitet wird.

00:15:17: Es ist ein bisschen so als ob ich nur bestimmte Medien konsumiere.

00:15:21: und wie kann ich den weg schaffen?

00:15:22: klar mit einem Film.

00:15:27: Ja, tatsächlich, also natürlich mal dieses tiefere Verständnis von Geburt aufzubauen, zum Beispiel mit dem Film.

00:15:33: Zum Beispiel sich auch wirklich einfach positive Geschichten von Geburt holen, erzählen lassen.

00:15:39: Es gibt, also was ich tatsächlich auch gemacht habe, es gibt auf YouTube Videos von Geburt, von ganz natürlichen, friedlichen Geburt.

00:15:50: Ich muss auch sagen, ich habe mich mit der friedlichen Geburt vorbereitet.

00:15:54: Das ist eine eine Hypnose-Technik, eine Mental-Training-Technik.

00:15:59: Das heißt, ich selbst habe während der Schwangerschaft quasi dieses Bild von Geburt für mich unprogrammiert, wie man das einfach mit Hypnose kann.

00:16:09: Das heißt, ich habe diese Technik gelernt, habe auch gelernt, mich in Selbsthypnose zu versetzen.

00:16:16: Das heißt, Tatsächlich wollen wir ja während der Geburt einfach in diese Trans kommen, in diesen Flow-Zustand, wo einfach alles andere ausgeblendet ist.

00:16:25: Und genau das ist das Problem, wenn wir ins Krankenhaus kommen, wenn die Leute ansprechen, wenn Türen schlagen, wenn das so viel rundherum ist, dass du ständig aus diesem Prozess rausgerissen wirst.

00:16:35: Und mit dieser Hypnose, mit der Selbsthypnose, mit der Trans, schaffst du es einfach, bei dir zu bleiben und das auszublenden, in diesem Superfokus zu bleiben.

00:16:48: Das ist ein bisschen wie angenommen, du sitzt im Kino und willst dich einfach auf diesen Film konzentrieren und willst da reingezogen werden und jemand quatscht dich ständig an.

00:16:58: Oder dreht das Licht auf.

00:17:00: Das reißt dich raus.

00:17:01: Du kommst immer wieder raus und du kannst dich einfach mit solchen Techniken darauf vorbereiten, dass du in diesem Zustand und bei dir bleiben kannst.

00:17:12: Und du kannst eben dieses Vertrauen in deinen Körper und dieses positive Bild von Geburt im Vorfeld aufbauen, tatsächlich mit solchen Techniken.

00:17:22: Beschreib das mal, wie das funktioniert.

00:17:23: Das heißt, ich visualisiere mir das immer wieder, um schon vorher in dieses Gefühl reinzuklicken und mir mit dieser positiven Vision auch Selbstvertrauen zu geben.

00:17:38: Wie kann ich mir das genau vorstellen?

00:17:40: Weil ich weiß, wie die Hypnose funktioniert und am Ende Muss man ja sagen, hypnotisieren wir uns eh den ganzen Tag selbst.

00:17:46: Also auch diese Filme, die in den Medien gezeigt werden, sind ja eine Form von Hypnose und verändern unser Bild.

00:17:52: Das heißt, wie können wir das umwandeln?

00:17:54: Wie läuft das ganz genau?

00:17:56: Du hast am Anfang so eine Trance-Induktion.

00:17:58: Das heißt, du lernst wirklich diese Hypnose und lernst sich eben in diesen Zustand runter zu zählen.

00:18:03: Und dann geht es eben wirklich darin, dieses Vertrauen in den eigenen Körper aufzubauen, dieses... Bild von zum Beispiel auch jeder Wehe.

00:18:15: Die Schmerzen zum Beispiel bei einer Wehe sind ja keine Notsituation, kein Alarmsignal des Körpers, sondern dieses Körpergefühl ist ja dazu da, um ein Kind zur Welt zu bringen.

00:18:26: Und alleine das mal so im Kopf zu verändern, dieses Bild der Wehe, das ist nichts, was, was ich durchstehen muss, sondern jede Wehe bringt dich dann im Kind näher.

00:18:36: Das ist ein natürlicher, körperlicher Prozess, der passieren muss, um diese Geburt voranzutreiben.

00:18:44: Und du lernst einfach, dich auf das alles einzulassen und mit deinem Körper in Verbindung zu gehen, um wirklich zu spüren, okay, was brauchst du, was tut dir gut?

00:18:55: Auch zum Beispiel, welche Bewegung, welche Position tut dir gut?

00:18:58: Es geht einfach ganz stark darum, dieses ganz enge Körperverbindung herzustellen und dazu, diese positiven Bilder vom Geburt quasi zu programmieren.

00:19:10: Du visualisierst auch deine Traumgeburt, wenn man so will.

00:19:14: Aber gleichzeitig mit dem Hintergrund, das muss überhaupt nicht so laufen, wie du dir das jetzt vorstellst.

00:19:23: Es kann auch anders laufen und du wirst trotzdem damit umgehen können.

00:19:27: Weil Geburt einfach nicht so funktioniert, wie wir es uns ganz genau vorstellen.

00:19:32: Wobei ich dann tatsächlich diese Wassergeburt hatte, die ich mir visualisiert hatte und ich gerne wollte.

00:19:39: Insofern hat es dann doch geklappt.

00:19:41: Aber das muss einfach nicht sein.

00:19:42: Und das ist auch nicht die Voraussetzung, dass alles genau so passiert, wie ich es mir vorher überlegt habe.

00:19:47: Die Voraussetzung oder das, was ich brauche, ist dieses Gefühl, ich kann mit allem, was da kommt, umgehen.

00:19:53: Diese Selbstwirksamkeit.

00:19:55: Es ist schon erstaunlich, wenn es jetzt gerade so beschreibt.

00:19:57: Ich hatte noch mal versucht, zu mich zurückzuerinnern, wie diese Geburtsvorbereitungskose waren.

00:20:01: Und habe gerade auch mal überlegt, ob da ein positives Setting geschaffen wurde in der Beschreibung von den Geburtshelferinnen.

00:20:07: Und das war eher bei diesen Atemskosen oder auch in der Vorbereitung bei einer Hebamme und auch Arzt, war es trotzdem immer unter diesem, ja, wir müssten es durchstehen Aspekt und nicht irgendwie mal, ja, die Wehen sind... positiv und dazu das Kind zu holen.

00:20:22: Also man kann es ja auch allein durch die Sprache umformulieren und es ist nie passiert.

00:20:26: und dieses Bild, was du am Anfang aufgemacht hast, verknüpft mit dem Film und Serien, wo immer wieder dieser hochdramatische schnell, schnell irgendwo entweder im Krankenhaus mit dem rettenden Arzt oder es gibt irgendwelche Serien, wo das Kind dramatisch und irgendwie im Schuppen schnell geboren werden muss, weil die Protagonistin verfolgt wird oder was auch immer.

00:20:44: dieses Bild gibt es ja ganz, ganz oft.

00:20:46: Es ist auch die Frage, wer trägt eigentlich die Verantwortung dafür, neben den Müttern, die die Kinder gebären, aber auch im Umfeld, das positiv zu gestalten?

00:20:55: Crazy.

00:20:55: Eigentlich hätten wir alle diese Verantwortung, oder?

00:20:58: Ja.

00:20:58: Eigentlich, natürlich können wir nur von den Situationen erzählen, die wir erlebt haben, aber das Personal in der Geburtshilfe hat eine riesengroße Verantwortung, einfach auch, ein Geburt zu glauben.

00:21:14: dieses Vertrauen in die Geburt mitzutransportieren.

00:21:17: Und das war für mich zum Beispiel auch so wichtig.

00:21:20: In der Klinik, ich hatte von Anfang an einfach das Gefühl, dieser Hebamme traut mir dieser Geburt zu.

00:21:27: Und das klingt jetzt nach ja eh.

00:21:30: Aber nein, das ist nicht selbstverständlich, wie ich das rundherum mitkrieg.

00:21:35: Zu keinem Moment war dieser Geburt in irgendeiner Form gefährlich oder eine Notsituation.

00:21:41: Es war einfach, sie traut mir diese Geburt zu, ich traue mir die Geburt zu, sie traut mir die Geburt zu.

00:21:47: Passt, ja?

00:21:48: Das ist die Voraussetzung bis braucht.

00:21:50: Und das ist ja auch etwas, was schon seit jeher gut klappt.

00:21:55: Sonst wären wir als Menschheit nicht auf der Welt.

00:21:57: Und klar war die Muttersterblichkeit bei der Geburt vor drei, vier, fünfhundert Jahren noch eine andere.

00:22:03: Aber gleichzeitig ist es schon Wahnsinn, wenn man sich anguckt, wie die Kaiserschnittraten in den Industrienationen zugenommen haben, mal davon abgesehen, dass es nicht ganz so krass in den skandinavischen Ländern ist.

00:22:17: Die sind ja meistens schon ein bisschen fortschrittlicher.

00:22:19: Aber was ist dafür eine medizinische Entwicklung?

00:22:22: Und ich sage bewusst nicht Fortschritt gab und inwieweit dieses medizinische System, was mehr auf Krankheit ausgelegt ist als auf Gesundheit, da auch eingreift und Auch eine Mitverantwortung trägt, dass es eben mehr Kaiserschnittgeburten gibt als natürliche.

00:22:41: Also nicht von der absoluten Zahl, aber dass die Zahl eben immer noch zunimmt.

00:22:47: Ja, wir sind jetzt gerade in Deutschland oder auch in Österreich ist jede dritte Geburt sein, Kaiserschnitt.

00:22:53: Und die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, sagt in Wahrheit, also wirklich medizinisch, indiziert sind zehn bis fünfzehn Prozent.

00:23:03: Alles darüber hinaus.

00:23:05: wäre eigentlich nicht notwendig oder schaffen wir selber.

00:23:11: Das kann ja dramatische Folgen auch für die Binnung haben.

00:23:14: Das Kind, was sich nicht durch den Geburtskanal kämpft, auch die Immunisierung nicht genauso abkriegt.

00:23:19: Das ist ein ganz wichtiger, evolutionärer Prozess.

00:23:23: Und eigentlich ist das durch die Bank weg so, dass wenn der Mensch eingreift und diese Prozesse verändert, gibt es... immer irgendwo einen Haken, wenn wir Getreide versuchen, größer und fetter zu züchten, wenn wir einfach das System verändern, das seit Jahren oder Jahrtausenden schon miteinander tanzt, könnte man ja sagen und sich perfekt evolviert hat und wenn wir da eingreifen, gibt es immer irgendwelche Nachteile.

00:23:49: Was können denn die Folgen sein, wenn die Geburt nicht auf dem natürlichen Weg stattfinden kann.

00:23:55: Also Immunisierung ist klar, was kann es auch für eine Auswirkung auf die Mutter-Kind-Bindung haben?

00:24:02: Also ich würde jetzt gar nicht so stark zwischen vaginaler und kaiserschnittgeburt unterscheiden, vor allem für die psychischen Faktoren, sage ich mal, für die psychischen Folgen.

00:24:11: Es ist eher eben, wie wird die Geburt erlebt?

00:24:13: und es gibt durchaus Frauen, die auch den Kaiserschnitt als selbstbestimmt erleben, wenn sie das Gefühl haben, okay, Ich weiß, das ist jetzt notwendig.

00:24:22: Ich stehe hinter dieser Entscheidung.

00:24:24: Man kommuniziert mit mir auf Augenhöhe.

00:24:26: Ich bin da im Boot.

00:24:27: Dann kann auch ein Kaiserschnitt selbstbestimmt wahrgenommen werden.

00:24:31: Da hängt ganz viel dran.

00:24:33: Aber egal jetzt, ob Kaiserschnitt oder vaginale Geburt, wenn die Geburt als fremdbestimmt wahrgenommen wird und vielleicht als dramatisch erlebt wird, dann kann das halt tatsächlich ... auf die Mutter-Kind-Bindung einen Einfluss haben.

00:24:49: Das heißt, wenn ich nämlich dieses Kind quasi immer mit dieser negativen Geburtserfahrung verbinde, kann das einen Einfluss haben.

00:24:57: Das kann auch die Gefahr einer postnatalen Depression erhöhen.

00:25:02: Das heißt, es ist total wichtig, sich nach einer negativen Geburtserfahrung Hilfe zu holen, das aufzuarbeiten, das nicht einfach stehen zu lassen.

00:25:11: Und das ist passiert einfach ganz leicht, dass man nach der Geburtstag zappt.

00:25:15: Okay, erledigt, war nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe, aber jetzt ist es vorbei, jetzt ist das Kind da, jetzt ist eigentlich kein Raum mehr dafür.

00:25:22: Es ist so wichtig, das aufzuarbeiten.

00:25:25: Wir waren gerade in dem Prozess, wie man für sich eine gute Grundlage schafft, um eine positive Geburt zu erleben.

00:25:32: Also die Vorbereitung, glaube ich, hatten wir auch schon ein Stück weit uns angeguckt.

00:25:37: Innerhalb des Geburtsprozesses.

00:25:38: Was können wir da tun?

00:25:40: Und welchen Ort dürfen wir wählen?

00:25:42: Wie können wir das Team zusammenstellen?

00:25:44: Wie sollt ihr die Bindung zu den Hebammen oder zu der Hebamme sein oder der Dula?

00:25:50: Wie siehst du das?

00:25:51: Also ich muss mir eben vorher überlegen, was ist der richtige Ort für mich?

00:25:54: Wo möchte ich mein Kind zur Welt bringen?

00:25:57: Das kann für manchen ein Geburtshaus sein.

00:25:59: Das kann für manchen eine Hausgeburt sein.

00:26:01: Und für manche ist es dir Klinik.

00:26:02: Also... In Deutschland und Österreich ist es für den Großteil die Klinik mit der Frauengebühren, bei uns die Kinder in der Klinik.

00:26:11: Aber dann ist es wichtig, sich auch diesen Ort mal anzuschauen, diesen Kreißsaal mal anzuschauen.

00:26:17: Schauen, wo gehe ich denn dahin?

00:26:19: Weil alles, was ungewohnt ist, kann ... eben mal diese Unsicherheit auslösen.

00:26:25: und Unsicherheit kann auch schnell mal Angst auslösen.

00:26:28: Deswegen je gewohnter oder je besser ich dieses Umfeld schon kennen und mich nicht auf eine komplett neue Situation einstellen muss, bei der Geburt ist schon mal gut.

00:26:38: Dann muss ich mir überlegen, okay, wen möchte ich bei mir haben?

00:26:42: Möchte ich den Partner dabei haben?

00:26:44: Brauche ich eine Wahlhebarmel?

00:26:46: Brauche ich eine Hebarmel, die mich begleitet, wo ich weiß, die bleibt diese... an meiner Seite ohne Schicht wechseln.

00:26:54: Dann sehen wir natürlich ein bisschen auch bei der finanziellen Frage, weil das muss man sich dann auch leisten können.

00:27:01: Und während der Geburt, und da ist jetzt eben auch die Klinik gefragt und das Personal gefragt, ist es eben so wichtig, diese Frau von all diesen äußeren Reizen so gut es geht, abzuschirmen, eine Umgebung zu schaffen, sich irgendwie wie zu Hause am besten anfühlt.

00:27:20: Evolutionär gesehen würden wir unsere Kinder zu Hause zur Welt bringen wollen.

00:27:25: Die Hebamme empfilmtschildert das auch.

00:27:27: die erste Intervention bei der Geburt ist eigentlich das Verlassen des Hauses.

00:27:32: Weil die Frau wird sich daheim in ihrem Bett einigeln wollen.

00:27:37: Und das ist dann auch oft der Moment, wo die Wehen vielleicht aussetzen.

00:27:42: Weil man sich aus dieser gewohnten Umgebung rauslöst.

00:27:46: Oder die Hebamme sagt auch im Film, Der beste Ort, um ein Kind zur Welt zu bringen, ist für viele der Ort, wo du auch Sex haben könntest.

00:27:54: Weil du dort komplett loslassen kannst.

00:27:57: Okay,

00:27:58: das weiß ich

00:28:00: nicht.

00:28:00: Wenn ich so mit die Autos angucke, möchte ich das nicht unbedingt

00:28:03: machen.

00:28:04: Marke, mag ich das Auto sein?

00:28:05: Marke,

00:28:06: ist die auch ein guter Autogeburt, genau.

00:28:08: Okay, gut.

00:28:10: Ja, aber es stimmt natürlich, gerade auch dieses im eigenen Bett.

00:28:14: Und Krankenhaus, vor allem dann von Personal, umgeben zu sein, die eigentlich alle einem das Gefühl vermitteln.

00:28:20: Na, mal gucken, ob du es schaffst.

00:28:21: Mal sehen, wie das wird.

00:28:22: Also im Sinne von, mal sehen, wie ihr das durchsteht.

00:28:24: Das ist ja das, was im Krankenhaus ... Das

00:28:26: ist ja furchtbar.

00:28:27: Es ist ein Prinzip wie eine Krankheit, aus der man am Ende, mal gucken, wie der Krankheitsverlauf ist, und du am Ende aus dem Krankheitsbett wieder aufstehen kannst und gehen kannst, weil das ist ja wirklich die Hoffnung.

00:28:37: Und dieses Mindset wird ... Also so habe ich es im Nachhinein auch wahrgenommen, wird in diesem Krankenhaus bei der zweiten Geburt, war das auch so.

00:28:42: Und dann kommst du dann auch, wie zur Operation, halt in diesen Kreissaal rein.

00:28:47: Auch das ist ja keine, also dass da eine Frau dann vielleicht auch Schwierigkeiten hat, natürliche Wehen aufkommen zu lassen.

00:28:52: Das ist absolut nachvollziehbar.

00:28:56: Total.

00:28:56: Also du wirst als Patientin gesehen und das ist... Es ist so gut, was wir alles an medizinischen Möglichkeiten haben, nämlich auch bei den Vorsorgeuntersuchungen.

00:29:05: Du kannst ja so viel einfach im Vorfeld schon abfangen, aber es ist so eine Gradwanderung zwischen ständig, die Geburt jetzt einfach als gefährlich da, weil man sieht, ah, das, das, das, das, das kann alles schiefgehen.

00:29:18: Oder schaffe ich trotzdem der Frau Vertrauen mitzugeben, zu sagen, hey, wir können uns das alles anschauen, aber du kannst das.

00:29:25: Du?

00:29:26: kannst ein Kind zur Welt bringen.

00:29:27: Du kannst Gebären.

00:29:29: Und kulturell sind wir eigentlich so geprägt, dass wir sagen, okay, wir müssen ins Krankenhaus gehen, weil wir brauchen diese medizinische Versorgung, um ein Kind zur Welt zu bringen.

00:29:42: Was ich auch noch mal bei dem Bild Krankenhaus erstaunlich finde, jedes Mal, wenn ich ins Krankenhaus gehe, habe ich auf jeden Fall ein unangenehmes Gefühl, weil ich verbinde es immer mit Ereignissen, die richtig krass unangenehm waren.

00:29:54: Also einmal Schulterbruch, Nasenbruch, Bänderrisse, dann all mögliche anderen Sportverletzungen, irgendwelche Operationen.

00:30:04: Oper, der im Sterben liegt im Krankenhaus.

00:30:07: Also eigentlich nur negative Assoziation, das heißt, sich da auch einen Ort zu suchen, wo man sagt, hier fühle ich mich wohl, den kenne ich auch.

00:30:16: Das ist ein ganz wichtiger Prozess, den du ja beschreibst.

00:30:21: Welche Rolle dürfen Hebamme, Dulas, und was ist eine Dula, by the way, und Gynäkologinnen einnehmen, damit eine selbstbestimmte Geburt klappt?

00:30:31: Also, mal kurz.

00:30:32: Dulas sind... Keine Hebammen.

00:30:36: eben, du, das sind Begleiterinnen, Wegbegleiterinnen, der Frau, die unterstützen Frauen, schon können Frauen einfach schon Vorfeld vor der Geburt, also in der Schwangerschaft auch emotional vor allem unterstützen und können Frauen auch bei der Geburt begleiten.

00:30:54: Jetzt sind die dann manchmal ... in Krankenhäusern auch gar nicht so gern gesehen, weil die halt einfach auch für die Frau eintreten in einem Moment, wo sie es vielleicht gerade nicht kann.

00:31:04: Das heißt, das sind wirklich Unterstützerinnen.

00:31:08: Also ganz wichtig, eben einerseits braucht sie für die selbstbestimmte Geburt eine Frau, die sich... mit sich selbst beschäftigt, sich im Vorfeld beschäftigt, sich informiert.

00:31:17: Und gleichzeitig braucht es einfach dieses Umfeld, das sagt, okay, wir können diese Selbstbestimmung und diese Individualität auch zulassen.

00:31:25: Und diesem Raum geben dafür.

00:31:27: Und da darf es einfach nicht sein, dass eine Frau gleich einmal als kompliziert gilt, wenn sie ihre Wünsche aussieht vor Ort.

00:31:33: Was ja ganz schnell passiert.

00:31:35: Das heißt, du brauchst ein Personal, das auf Augenhöhe kommuniziert.

00:31:40: Du brauchst für eine selbstbestimmte Geburt im Endeffekt eine Kommunikation, eine Beziehung auf Augenhöhe.

00:31:48: Du darfst nicht von oben herab als Patientin betrachtet werden, über deren Kopf hinweg man entscheidet.

00:31:55: Du bist keine Patientin, du bist eine Frau, die ein Kind zur Welt bringt.

00:32:00: Das heißt, da braucht es einfach ganz viel Feingefühl und auch soziale Kompetenzen des Personals.

00:32:09: einfach um diese Kommunikation mit dem Paar, sage ich auch, nämlich, da gibt es auch Studien dazu, wie erlebenden Männer eigentlich die Geburt oder wann erleben Männer die Geburt als positiv oder negativ.

00:32:22: Und da spielt auch die Hebamme eine ganz große Rolle, nämlich wie sie die Männer in den Geburtsprozessen mit einbindet.

00:32:31: Das heißt, es ist ganz viel Kommunikation und ganz viel Menschlichkeit.

00:32:39: die einem begegnen sollte im Krankenhaus, auch im Krankenhaus und dafür müsste eigentlich auch Platz sein im Krankenhaus.

00:32:47: Und gleichzeitig ist unsere Medizin ja auch von wirtschaftlichen Faktoren geleitet und da habe ich manchmal das Gefühl, dass da gar nicht so richtig der Platz ist.

00:32:59: dafür, wie ich unsere Geburt erlebt habe, der Anesthesist kam rein ultra hektisch.

00:33:07: Aber auch die Hebammen und das gesamte Personal, alle mega im Stress die ganze Zeit, weil mehrere Frauen gleichzeitig betreut werden mussten.

00:33:16: Und ich will gar nicht dem Krankenhauspersonal einen Vorwurf machen, weil es ja so ein abgefuckt stressiger Job ist.

00:33:22: Ich glaube, es kann man sich gar nicht vorstellen, auch so operierende Ärztinnen.

00:33:26: Und Ärzte, wie lange Schichten die haben, darüber haben wir schon oft gesprochen.

00:33:31: Was da für OP-Schichten möglich sind, ein Schacker muss irgendwie alle sieben Stunden, glaube ich, ranfahren und du kannst einfach so zwei Nächte als operierender Arzt durchanschnippeln.

00:33:43: Krass ist nur, ich hab mein Kumpel gefragt, der hat ganz lange in der Notaufnahme gearbeitet und er meinte, jo, wir haben zwei Möglichkeiten.

00:33:50: Entweder operiert keiner, weil es eben diesen Mangel gibt oder die Leute operieren in diesen Schichten und dann können wir es abdecken.

00:33:56: Und das ist ja schon allein krass.

00:34:00: Und ich glaube, die Möglichkeit, die man dann hat und wenn man natürlich auch ein bisschen finanzielle Möglichkeiten hat, ist zu gucken, wie kann ich das denn so für mich gestalten, dass es sich für mich gut anfühlt und wie kann ich mir Leute in den Prozess holen?

00:34:13: dass es sich gut anfühlt und dass ich gut begleitet bin.

00:34:16: Aber dafür brauche ich im Wissen darum, mich dankbar darüber, dass wir das Gespräch führen.

00:34:19: Ich habe auch gemerkt gerade, wow, ich hätte das gerne schon vorher gewusst.

00:34:23: Und mich hat es auch ein bisschen traurig gemacht gerade eben.

00:34:27: Wie kann ich denn als Frau und aber auch als Mann, der die Geburt begleitet herausfinden, was für meine Geburt denn wichtig ist, was es für mich braucht?

00:34:37: Also was würdest du sagen, hilft dabei?

00:34:40: Also, wir haben zum Film nämlich tatsächlich mit all diesen Fragen auch so ein kleines PDF zusammengestellt, wo wir einfach mal so diese Fragen, die ich mir im Vorfeld stellen sollte, zusammengefasst haben, nämlich eben mit meinem Bild und so weiter.

00:34:56: Und dann braucht es einfach ganz viel Gespräche mit Leuten, auch die sich auskennen.

00:35:01: Im Idealfall mit Hebammen vorherreden, mit anderen Frauen, die eben vielleicht im Idealfall positiver Geburten erlebt haben, um sich da dieses Wissen und einmal dieses tieferes Verständnis vom Geburt zu holen, ein bisschen abseits dieses Klinikumfels, sage ich einmal.

00:35:22: Also, wie gesagt, ich bin total für medizinische Versorgung, wo sie notwendig ist, aber einfach mal mit diesem natürlicheren Bild von Geburt, mit diesem positiveren Geburt, sich damit auseinanderzusetzen, sprich eben diese Gespräche führen.

00:35:39: und sich mal wirklich anschauen, welche Möglichkeiten gibt es denn?

00:35:44: Warum will ich denn zum Beispiel unbedingt eine Klinikgeburt haben?

00:35:50: Für mich war das auch von vornherein klar und ich habe das tatsächlich nicht hinterfragt.

00:35:55: Jetzt durch den Film ist es natürlich dieses Bild von Sicherheit, dass einem vermittelt wird, dass man unbedingt haben muss.

00:36:03: Im Nachhinein würde ich sagen, Ich glaube, ich hätte auch ganz gut in einem Geburtshaus mein Kind zur Welt bringen

00:36:09: können.

00:36:09: Ja, ein Kuppel hat von mir mit seiner Frau natürlich oder beziehungsweise seine Frau, hat beide Kinder zu Hause zur Welt gebracht.

00:36:16: Ich meine, die leben in Südafrika.

00:36:18: Und da hat er mir gesagt, das ist auch ein bisschen gängiger.

00:36:22: Und das war überhaupt gar keine Frage, dass die ins Krankenhaus gehen.

00:36:25: Aber wenn man sich den Apparat bei uns anguckt, wenn vorher Angst geschürt wird, medial und ... Ich würde sagen, alle, die an dem Prozess beteiligt sind, machen das gar nicht so bewusst.

00:36:34: Medien müssen knallen, damit sie Reichweite bringen und damit auch Geld umsetzen.

00:36:39: Und die Leute, die Medien machen, wollen in den meisten Fällen damit Geld verdienen oder von zumindest leben können.

00:36:44: Und dann gestaltest du Medien so, dass sie möglichst knallen.

00:36:47: Und was knallt am meisten in unserem Gehirn, Angst.

00:36:49: Ist einfach so, ne?

00:36:50: Also wenn du dir die Nachrichten anguckst, ist das beste Beispiel.

00:36:54: Bereits zwei Minuten Nachrichtenkonsum am Tag führt zu schlechterem Wohlbefinden.

00:36:58: Dazu gibt es Studien.

00:36:59: Also das ist schon mal crazy.

00:37:01: Und wenn das bei der Geburt, also einem der wunerabelsten Prozesse, in dem wir sind, passiert, dann ist natürlich eine geile Brücke geschaffen, um... Krankenhäuser zu etablieren und ich glaube nicht, dass das ein bewusster Prozess ist, dass sich in irgendjemand denkt, also wie können wir Krankenhäuser wirtschaftlicher gestalten und die mehr Mittelpunkt rücken.

00:37:21: Ich muss mit der Filmindustrie zusammenarbeiten und die Geburt möglichst dramatisch zeigen.

00:37:27: An so eine Verbindung glaube ich nicht.

00:37:29: und gleichzeitig können sie entstehen über mediale Strukturen, die einfach so funktionieren.

00:37:35: Die greifen einfach so ins Gehirn ein.

00:37:38: Und dann ist klar, dass für mich der sicherste Ort in meiner Vorstellung das Krankenhaus ist.

00:37:43: Aber die Frage ist das wirklich so?

00:37:46: und ich sehe es genauso wie du Judith.

00:37:48: Ich glaube, wenn unser Bild sich von dem ganzen Prozess verändert, dann verändert sich auch mein Bild von sicherer Ort.

00:37:55: Und dann kann es auch sein, dass der sicherste Ort zu Hause ist, obgleich... die Schulmedizin ein wahnsinnig wichtiger Faktor, gerade in Notfallsituationen ist.

00:38:04: Die Schulmedizin ist in zwei Situationen wahnsinnig wichtig.

00:38:08: In Notfallsituationen und da rettet sie einfach wahnsinnig viel in den Arsch oder in Krankheitssituationen, wenn ich wirklich krank bin.

00:38:16: Aber die ist nicht so wirklich darauf geeicht, mit ihrem ganzen System, was dahinter steckt, um für Gesundheit zu sorgen.

00:38:23: Und wie du gesagt hast, eine Gebärin ist ja jetzt nicht krank, aber wenn wir sie als Kranke behandeln, Dann fangen wir an, eigentlich in ein gut funktionierendes, natürliches Systemprobleme reinzubringen.

00:38:36: Ja, ich frage mich auch im Zusammenhang dazu, die Gebäutelsten, oder nicht die Gebäutelsten, aber die, die Last am schwersten mitzutragen haben neben den Müttern.

00:38:43: Sind die Männer?

00:38:44: Sind die auf jeden Fall die Männer.

00:38:45: Gehen

00:38:46: wir

00:38:46: die Männer.

00:38:47: Gehen

00:38:47: wir die Männer.

00:38:48: Also gut,

00:38:48: dass du das mal aussprichst, danke.

00:38:50: Sind die Hebamme, die ja eh schon finanziell nicht unbedingt gut dastehen und wahrscheinlich aufgrund... dessen, wie sich das System darstellt, auch indirekt oder direkt fast gezwungen sind, diese Krankenhausempfehlungen auszusprechen, weil damit ein finanzieller Rahmen gespannt wird.

00:39:03: Die wenigsten, so hat das vorhin gesagt, können das aus eigener Kraft stemmen.

00:39:06: Ich denke, in der Hausgeburt wird wahrscheinlich nicht von der Kasse übernommen, sondern muss man selber zahlen oder man muss bestimmte Hürden überwinden, dass es übernommen wird.

00:39:15: Und dementsprechend könnte ich mir fast vorschen, dass wahrscheinlich auch die Hebammen, obwohl sie es vielleicht anders sehen, diesen Weg am ersten einschlagen, weil sie für sich finanziell auch Vorsorge darauf müssen.

00:39:24: ein verhexter Kreislauf, der eigentlich entsteht und wahrscheinlich müsste der auch in irgendeiner Form aufgebrochen werden, damit Hebamme überhaupt die Möglichkeit haben, ganz offen und frei und positiv dazu berichten, hey, so wie du jetzt judet, die häusliche Geburt ist das, was jahrelang, jahrzehntelang eigentlich das gewesen ist, was war und eigentlich auch das, wo man darüber reden könnte, ob das nicht vielleicht der sicherste Raum ist, um eine Geburt stattfinden zu lassen.

00:39:45: Und man muss ja dazusagen, es ist in Österreich und Deutschland tatsächlich so, dass du eine Hausgeburt hier nur machen darfst.

00:39:51: wenn sich während der Schwangerschaft einfach keinerlei Komplikationen zeigen.

00:39:55: Also wenn Mutter gesund ist und Kind gesund ist, dann darfst du überhaupt eine Hausgeburt planen.

00:40:02: Und das ist ja eine riesengroße Verantwortung für eine Hebamme zu sagen, okay, ich bringe mit einer Frau das Kind daheim zur Welt, eben ohne dieses Umfeld.

00:40:14: Das heißt, die Hebamme muss sich einfach wahnsinnig sicher sein.

00:40:18: Und da gibt es auch Studien, die sagen, okay, wenn die Vorsorge gut war.

00:40:23: Und wenn das Verlegungsmanagement klappt, weil die Hebamme sich jetzt ja auch ab, die weiß ja, wo, falls sie wann eben Notfall hin, dann ist eine Hausgeburt auch nicht gefährlicher als eine Geburt in der Klinik.

00:40:35: Ah, okay, auch gut zu wissen.

00:40:37: Die Partner, die die Geburt begleiten, wie können die sich denn gut darauf vorbereiten?

00:40:42: Neben sich informieren, neben reclaim your birth, gucken, neben All den Sachen, also wie können die einfach eine gute Unterstützung sein in dem Prozess?

00:40:54: Wahrscheinlich schon mal als erstes nicht irgendwie darauf bestehen, dass sie unbedingt bei der Geburt dabei sein wollen, falls die Frau das nicht möchte.

00:41:00: Wenn es nicht möchte, bitte nicht beleidigt sein, wenn es so wäre.

00:41:04: Ja, die Vorbereitung einfach ein bisschen mehr.

00:41:08: Darüber hinausgehen, also sich auch wirklich mit dem Prozessgeburt auseinandersetzen mehr als im Geburtsvorbereitungskurs hächeln und wie heißt das?

00:41:16: Apfelbaum schütteln.

00:41:19: Tatsächlich damit auseinandersetzen.

00:41:21: Und was ich total essentiell finde, ist, mit der Frau über den Geburtsprozess sprechen, nämlich auch, der Mann sollte wissen, was sich die Frau wünscht.

00:41:34: Was sehr wichtig ist, was sie absolut nicht will, also einfach diese Gespräche führen und sich die Kommunikation ausmachen.

00:41:44: Weil ich habe schon gesagt, das Schlechteste ist, wenn du ständig aus diesem Prozess rausgeholt wird, sprich der Mann vielleicht ständig kommt, brauchst du was, ist alles gut, brauchst du was, was total lieb gemein ist, aber eigentlich wäre es viel sinnvoller im Vorfeld auszumachen, hey, wenn ich was brauche, dann sage ich es dir.

00:42:02: Lassen mich quasi in diesem Prozess sein und wenn ich deine Unterstützung brauche, wenn ich irgendetwas von außen brauche, dann sage ich es dir.

00:42:12: Um auch diese Verantwortlichkeit ein bisschen abzuklären, damit jeder weiß, okay, wie tue ich in dieser Situation?

00:42:18: Und ich habe zum Beispiel auch mit meinem Partner damals ausgemacht, du, wenn ich eine PDA will, dann sage ich dir PDA, dann diskutiere ich auch nicht mehr drüber, dann will ich sie haben.

00:42:29: Damit du das weißt.

00:42:31: Wir haben einfach ausgemacht.

00:42:32: Wenn ich was brauche, dann sage ich es dir.

00:42:35: Und wenn ich nichts sage, dann geht es mir gut.

00:42:39: Ja, und manchmal sind Männer selber so hilflos dann bei der Geburt, dass sie versuchen, die ganze Zeit was anzubieten.

00:42:46: Weil Männer fühlen sich ja ganz häufig irgendwie erst wert, wenn sie irgendwie was tun.

00:42:50: Und das kann natürlich die Frau total aus ihrem Flow rausbringen während der Geburt, aus ihrem Prozess.

00:42:56: Und das ist krass, wenn man sich das mal so bewusst macht, nicht die ganze Zeit irgendwie da.

00:43:01: rausstellen, was?

00:43:02: Dann jetzt atmen, atmen auch diese Fremdbestimmung von außen, die auch reingebleut wird in irgendwelchen Filmen.

00:43:08: Okay, du musst so, denn komm mal auf alle vier, in den vier Füßler standen.

00:43:12: Der ist viel, viel besser.

00:43:13: Du steckst grad gar nicht in ihrem Körper drin.

00:43:15: Entspann dich mal selber, Freundchen.

00:43:17: Entspann dich mal selber.

00:43:18: Ich muss grad darüber nachdenken, wie hab ich das gemacht?

00:43:20: Ich glaub nicht mal wie so ein Betäumter am Beckenrand.

00:43:26: Und hab natürlich auch versucht, was zu tun, aber ich hab relativ schnell gekraft, dass... Ich eigentlich nur die Tür zuhalten kann.

00:43:35: Raum halten.

00:43:36: Ja, nicht genau Raum halten, das klingt jetzt so ein bisschen so, als ob ich mit so einem weit geöffneten Arm da stehe, aber das gar nicht so viel zu tun gibt, außer halt die Wünsche annehmen und zu gucken.

00:43:48: Ja, wie kann ich Empfänger sein von Informationen anstatt immer zu senden?

00:43:53: Ich frage mich im Nachhinein, wie ich auch hätte besser... mich vorbereiten können oder besser hätte aufgefangen werden können von den Berateren um mich herum.

00:44:01: Weil für mich war die Geburt, die ihr dann so nie stattgefunden hat, nämlich eine natürliche, extrem Angst besetzt.

00:44:06: Also ich hatte richtig Sorge, was passiert da, was soll ich überhaupt tun, wie werde ich überhaupt angenommen, möchte ich überhaupt dabei sein, darf ich das überhaupt äußern, dass ich nicht dabei sein möchte oder dass ich da Zweifel habe.

00:44:17: Nachhinein... Als das ein Kaiserschnitt wurde, war ich fast schon erleichtert, weil ich wusste, da kann ich nichts machen, da kann ich einfach nur danach da sein.

00:44:24: Aber ich hatte richtig Sorge und zwar gruselig für mich vorher, obwohl wir diesen ganzen Geburtsvorbereitungskurs etc.

00:44:30: durchgemacht haben.

00:44:32: Und ich frage mich jetzt auch im Nachhinein, was man Männern jetzt noch mitgeben könnte auf dem Weg, dass diese Angst, wo ich wahrscheinlich viele spüren, gar nicht so groß ist oder wer auch die Verantwortung hat neben den Männern natürlich selber, sich diese Angst zu nehmen.

00:44:44: Genau, also vielleicht sollten sich eben nicht nur Frauen ihre Ängste vor der Geburt anschauen, sondern auch Männer, weil natürlich das schwappt ja dort und da über und wenn man irgendwie gemeinsam mit Vertrauen in diese Geburt gehen kann, ist das auch mal eine andere Voraussetzung.

00:45:00: Also ich glaube, dass die Männer da sehr viel stärker eingebunden werden müssen, sollten, es wollen, das ist halt auch noch, ja ich meine, du steckst ja selber als Frau irgendwie... bist du neun Monate schwanger, davon arbeitest du noch sieben Monate und sollst dir eigentlich die ganze Zeit funktionieren, weiter funktionieren, genau wie vorher.

00:45:21: Und dann kommst du noch in diese acht Wochen Mutterschutz, das ist in Österreich, rein, dann hast du noch Zeit, dich mehr damit auseinanderzusetzen, aber das Mann läuft ein Alltag ja komplett weiter.

00:45:34: Und dann muss halt irgendwo auch dieser Platz sein, muss man sich diesen Platz nehmen, diesen Raum nehmen zu sagen, okay, wir ... setzt uns gemeinsam damit auseinander, weil wir gemeinsam auch durch diese, also in der ersten Linie natürlich die Frau, aber gemeinsam durch diese Erfahrung durchgehen und diese Erfahrung prägt uns beide.

00:45:52: Ja,

00:45:54: und kann auch was Schönes sein.

00:45:55: Also das ist mir ganz krass hängen geblieben, wie du es am Anfang durchframed hast.

00:45:58: Ich habe nicht einmal den Satz gehört, wenen sind dazu da, um das Leben des Kindes herbeizubringen.

00:46:05: Und es wird verknüpft mit... Bei mir wurde es immer eine Verknüpfung mit Schreien, mit Laut, mit Schmerz.

00:46:10: Alles ist furchtbar und diese Wehen müssen überstanden werden, wie auch immer.

00:46:13: Und das wird natürlich auch ein großer Teil sein.

00:46:15: Sie müssen es jetzt auch nicht beschönigen.

00:46:17: Es ist jetzt nicht nur angenehm, aber es ist ja auch nicht schlimm, dass es nicht angenehm ist.

00:46:21: Es ist eigentlich eher ein Weg zu was Schönem.

00:46:24: Und das hat bei mir noch mal was ganz anderes ausgelöst.

00:46:27: Das hätte ich gern vorher gewusst.

00:46:28: Es war irgendwie so ein Haarlebnis jetzt am Anfang des Interviews.

00:46:31: Noch mal dieses Thema Kind bekommen, die Art und Weise, wie es passiert ist.

00:46:35: zu reframe in was positives und nicht.

00:46:38: Es ist was, was man überstehen muss, damit am Ende das Glück kommt.

00:46:41: Ich kann auch einen Schritt weitergehen.

00:46:43: Tatsächlich während der ganzen Geburtsvorbereitung habe ich das Wort weh nicht mehr in den Mund genommen, sondern auch eben bei der friedlichen Geburt wird das nur mehr als Welle genannt.

00:46:56: Das heißt, ich habe neun Monate das Wort weh gar nicht in den Mund genommen und habe es für mich komplett anders geframed.

00:47:05: Auch spannend.

00:47:06: Welle, die das Kind dann hilft, an den Strand des Lebens zu schmappen.

00:47:11: Schönes Bild, genau.

00:47:13: Aber im Endeffekt ist es ja wie eine Welle, was da in der Gebärmutter passiert.

00:47:18: Das sind ja

00:47:19: wellenartige Bewegungen, die sozusagen immer wieder mehr, stärker und schwächer werden.

00:47:23: Das beginnt mein Film auch so.

00:47:25: Ah, schön.

00:47:27: Ich habe das nun mal über Stromschläge erfahren, wie das sich so anfühlen soll, aber wer weiß, ob es sich wirklich so anfühlt.

00:47:33: Judith, vielleicht noch zum Schluss.

00:47:35: Was dürfte sich in der Geburtshilfe gesellschaftlich verändern, damit mehr Menschen selbstbestimmt gebären können?

00:47:44: Vielleicht drei Dinge, die du dir wünschen darfst und wo wir mehr als Gesellschaft unseren Augenmerk drauflegen dürfen.

00:47:51: Also zuerst mal muss dieser Geburtshilfe finanziell gestärkt werden.

00:47:56: Also es muss eine eins zu eins Betreuung bei den Hebammen geben.

00:47:59: Es muss einfach Geld da reingesteckt werden in die Krankenhäuser damit.

00:48:04: es eben keine finanzielle Frage ist, ob ich eine selbstbestimmte Geburt erleben kann oder nicht.

00:48:10: Gleichzeitig finde ich, muss insgesamt über Geburt in unserer Gesellschaft anders gesprochen werden.

00:48:17: Das heißt, Geburt muss einen anderen Stellenwert bekommen.

00:48:22: Und warum?

00:48:23: Weil einfach Frauen und ich meine... der Großteil der Frauen bekommt Kinder, diese Erfahrung mit sich trägt, einen Alltag trägt, in die Familien trägt, in die Gesellschaft mit einträgt.

00:48:37: Und da müssen wir uns einfach überlegen, wollen wir starke Frauen in der Gesellschaft haben?

00:48:43: Wollen wir Frauen haben, die durch eine positive Geburtserfahrung gestärkt sind oder wollen wir das nicht haben?

00:48:49: Also wir wollen das, also wir beide wollen das.

00:48:51: Schauen wir, dass wir das mehr wollen.

00:48:55: Das ist so eigentlich der springende Punkt, wo man verstehen muss, welche Auswirkungen Geburt hat, dass du nach zwanzig Jahren, nach dreißig Jahren eine Frau nach der Geburt fragen kannst.

00:49:05: Wie war die Geburt?

00:49:06: Und da wird was aufgehen und sie wird dir die ganze Geschichte erzählen, dass das einfach eine Rolle spielt für uns in der Gesellschaft.

00:49:12: Und ich hätte mich, glaube ich, ohne dieser Geburtserfahrung nicht gebraut, selbstständig zu machen, weil eben für mich noch einmal ein anderes Gefühl von Sicherheit entstanden ist.

00:49:23: Damit machst du ja noch mal einen krassen Punkt auf, eigentlich.

00:49:26: Wenn man sich das von der Warte anguckt, inwiefern, und das auch ohne Vorsatz, ist ein Geburtsprozess gestaltet mittlerweile, wo am Ende des Prozesses der Arzt dafür sorgt, dass Leben zur Welt gebracht wird oder auch manchmal die Ärztin und eben nicht selbstbestimmt, wie das meine Selbstbestimmung im weiteren Leben auch beeinflussen kann.

00:49:51: Beziehungsweise mein Selbstvertrauen und vielleicht auch mein Selbstwertgefühl.

00:49:56: Absolut.

00:49:56: Und das ist ja eigentlich krass.

00:49:58: Und das kann ja in beide Richtungen positiv wie negativ gehen.

00:50:03: Und ich glaube, ein guter Anfang, Judith, macht man, wenn man deinen Film guckt, Reclaim Your Birth, den verlinken wir euch, den kann man sich kaufen.

00:50:11: Und ich finde es auch ganz gut, dass man sich den kaufen kann.

00:50:13: Den gibt es nicht einfach kostenlos, sondern das sind gut investierte Euros.

00:50:17: Den könnt ihr dann digital gucken und streamen.

00:50:19: Wir empfehlen den Mit fünfzehn Daumen nach oben.

00:50:22: Judith, vielen, vielen Dank, dass du die Arbeit leistest und dir die Zeit genommen

00:50:26: hast.

00:50:26: Danke euch für die Einladung, dass wir das ein bisschen mehr noch unter die Welt bringen

00:50:30: können.

00:50:33: Das

00:50:33: war Beste Vaterfreuden.

00:50:35: Eine Produktion von Auf die Ohren.

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