ADHS bei Kindern: Was tun bei Verdacht? – mit Saskia Niechzial
Shownotes
ADHS ist ja so ein Thema, bei dem viele Eltern erstmal schnell unsicher werden: Verhält sich unser Kind „normal” oder sollten wir da lieber genauer hinschauen? Und was können wir tun, wenn wir einen Verdacht haben? Genau darüber spricht Max in dieser Folge mit Saskia Niechzial. Sie ist Lehrerin, Autorin, selbst betroffen – und bringt damit nicht nur wahnsinnig viel fachliche Expertise mit, sondern auch einen sehr nahbaren und wertschätzenden Blick auf Kinder, die im System Schule oft anecken.
Gemeinsam schauen wir darauf, was bei ADHS im Kopf eigentlich passiert, warum gerade die Grundschulzeit so prägend ist und wieso viele Kinder (vor allem Mädchen) lange nicht gesehen werden. Es geht um typische Missverständnisse („schlecht erzogen“), um den Weg von der ersten Ahnung bis zur Diagnose und vor allem um die Frage: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Aber auch warum es sich gleichzeitig lohnt, ADHS nicht nur als Problem zu sehen, sondern auch die Stärken dahinter zu erkennen.
- Hier findet ihr Saskia bei Instagram @liniert.kariert
- Und hier geht's zu Saskias Blog und ihrem Podcast „Ein Kopf voll Gold"
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Transkript anzeigen
00:00:01: Warum gibt es die Welt?
00:00:03: Papa, ich hab dich lieb.
00:00:05: Mama macht die Arbeit und Papa
00:00:07: macht den Quatsch!
00:00:08: Beste Vaterfreuden der langweilige Podcast übers Vater sein.
00:00:23: Hallo und herzlich willkommen zu beste Vaterfreuden.
00:00:25: Ich bin heute halb alleine.
00:00:27: Jakob ist nicht da, aber ich hab mir immer eine Verstärkung mitgebracht nämlich Saskia.
00:00:31: und jetzt musst du mir helfen oder hoffen, dass ich es richtig sage Nichtsial?
00:00:34: Perfekt!
00:00:35: Mensch Du bist Grundschulierin und Content-Creatorin selber Autistin Mit ADHS Und einer Hochbegabung.
00:00:42: Da bin ich gespannt was das sein wird.
00:00:43: Das weiß ich mich noch nicht.
00:00:44: Mama von vier Kindern eins habe ich gerade gesehen Es sind ganz kleines Und hast Podcast ein Kopf voll Geld Und auch einen Buch geschrieben.
00:00:52: Was auch ein Kopf vor Gold.
00:00:53: Ein Kopf voll Gold, nicht ein Kopf für Geld sorry.
00:00:57: Also Kinderbuchautoron hast du eine Webseite liniert, kariert.
00:01:00: Aber wir wollten heute mit dir sprechen oder ich, jetzt rede ich schon von mir, erste Person Plural über das Thema ADHS und dazu haben wir dich eingeladen.
00:01:07: Hallo, Saskia?
00:01:08: Ja, ich bin ganz happy dass ich da sein darf.
00:01:10: Ich hoffe ich kann Jakob würdig vertreten an dieser Stelle.
00:01:13: Ich finde es gut über die Bühne und überall da wo ich über mein Lieblingsthema Noredie Weigern sprechen kann.
00:01:18: Kanns nur gut werden!
00:01:19: Genau, ich habe ja gerade schon angedeutet... Du hast ne Hochbegabung, welche Hochbegarbungen hast du
00:01:22: denn?!
00:01:23: Hochbegabung, wenn man das im klassischen Sinne definiert hat.
00:01:26: Einfach was damit zu tun wie hoch der gemessene IQ-Wert ist.
00:01:30: quasi und in eure divergenten Bereich ist es ganz spannend weil zum Beispiel da wo Autismus oder ADHS auftreten zusammen mit hohen kognitiven Ressourcen so würde ich's immer eigentlich eher formulieren treffen ganz viele spannende Dinge aufeinander die dafür sorgen dass man zb auch erst sehr sehr spät sowie bei mir merkt weil lange die ressourcen ausreichen um sich sehr sehr gut in seine Umgebung einzufügen, sehr gut zu checken.
00:01:54: was ist jetzt hier Sache?
00:01:54: wie muss ich mich eigentlich verhalten auch wenn das gar nicht das ist wie ich mich sonst verhalten würde.
00:02:00: Das heißt also du hast gar nicht in einem bestimmten Bereich oder das heißt generell nicht wenn man Hochbargabung hat dass man in einer Nische super stark ist sondern dass man generell einfach.
00:02:08: Also es kann sein?
00:02:10: Es gibt so Inselbegabungen, hat man das früher genannt.
00:02:13: Bei mir ist zum Beispiel... Es werden auch in der IQ-Testung oder diese Intelligenztestung die durchaus mittlerweile umstritten ist weil so viele Faktoren da nicht beachtet werden.
00:02:22: Das will ich einmal dazu sagen.
00:02:23: aber ich habe das halt noch klassisch durchlaufen mit meiner Diagnostik und dann werden so verschiedene Bereiche angeguckt unter anderem zb auch der analytische Bereich wie gut muss da fortsetzen, um es mal ganz plakativ zu sagen.
00:02:35: Aber auch der sprachliche Bereich und bei mir ist zum Beispiel der ganz besonders stark ausgeprägt.
00:02:40: Das passt ja.
00:02:41: Podcast, Moderatoren und auch ein Buch beschrieben aber wir wollten ja über ADHS sprechen.
00:02:45: vielleicht kannst du einmal allgemein zusammenfassen was adhs ist und wie häufig es bei Kindern vorkommt.
00:02:52: Ja, wie häufig es vorkommt.
00:02:54: Man sagt das mittlerweile jedes fünfte Kind Neurodivagent ist und da spielt tatsächlich ADHS ganz, ganz oft eine Rolle – ist aber schwer festzustellen, weil es einfach viele gibt, die noch nicht diagnostiziert sind.
00:03:05: Aber es kommt auf jeden Fall immer häufiger vor!
00:03:10: Also ADHS ist ja die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung.
00:03:15: Da haben wir noch den Begriff der Störung drin, der ja umstritten ist mittlerweile eine neurobiologische Entwicklungsstörung, die man auch genauso diagnostiziert ganz offiziell.
00:03:24: Und was ist es?
00:03:26: Es gibt so drei Bereiche, die besonders davon betroffen sind, dass die Aufmerksamkeit, die Impulsivität Individuum ist das eine Stärke ausgeprägt, das andere Entwicklungsfeld stärker ausgeprägte.
00:03:39: Und woran das so genau liegt, weiß man noch nicht.
00:03:42: Man weiß schon, dass es was mit einer Dysbalance von Dopamin zu tun hat und Neuadrenalin.
00:03:47: Vor allen Dingen betrifft er Steuerungsprozesse.
00:03:49: also unser Gehirn steuert ja ganz viel oder eigentlich alles von dem was wir tun.
00:03:53: aber sind dann so Steuerungs Prozesse wie ich fange mit Dingen an, ich plane Dinge Ich strukturiere meinen Alltag, ich motiviere mich für Dinge, ich halte meine Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge auch auf Sachen die ich vielleicht gar nicht gerne mache.
00:04:08: welche Dinge zum Beispiel haben Menschen mit ADHS große Schwierigkeiten, das selbstständig zu tun?
00:04:14: Ich hab mir das damals irgendwann selber erklärt.
00:04:16: Als ich noch in der Jungtüfe gearbeitet habe, da gab es viele die ADHS diagnostiziert wurden und ich hab dann immer gesagt, die, die ADS hatten, die haben früher als dass wir noch Jäger und Sammler waren, hatten die eine unglaubliche Fähigkeit alles wahrzunehmen was irgendwie im Feld passiert ist.
00:04:28: Da fliegt ein Vogel, da ist der Fuchs, der hier Geräusche machte und war ein gute Jägar wird wahrscheinlich nicht stimmen aber es war so ein bisschen das, was ich mir aus der Warte erklärt habe.
00:04:37: Und was ist denn bei Kindern so?
00:04:38: das erste Anzeichen für ADAS?
00:04:40: Also ich glaube, es ist ein Fehler sehr schnell damit überzureagieren und zu sagen hey nur weil der unaufmerksam oder hippelig ist hat er gleich ADAS.
00:04:48: Ich glaub dass passiert sehr schnell als Eltern da auch sehr schnell in so einen Modus kommen.
00:04:52: Oh Gott ja!
00:04:52: Das hat ADAS hier die Tablette
00:04:55: Ja das ist sowieso das Narrativ, wenn es dann mal festgestellt ist dann ganz schnell die Medikamente kommt.
00:05:00: Da kommen wir wahrscheinlich noch zu.
00:05:01: Es ist so, wie du sagst.
00:05:03: Letztendlich ist natürlich nicht jede Anspannung, jede Bewegungsfreude sofort ADHS und ja es gibt bestimmte Tendenz mittlerweile da genauer hinzuschauen einfach weil die Aufklärung sehr präsent ist.
00:05:15: Das merken wir in den Medien das merken über Social Media dass es einfach sehr viel Input dazu gibt und natürlich hat das dann sozusagen zufolge das Eltern auch sagen oh da krieg ich input.
00:05:23: können wir das auf mein Kind zutreffen?
00:05:25: meine Erfahrung aber in der viel größeren Tendenz die Eltern gar nicht sofort losrennen, sondern viele Jahre zögern.
00:05:33: Soll ich's machen?
00:05:33: Ich weiß nicht.
00:05:34: Wieder beobachten und sagen ... Ach nee!
00:05:36: Ich glaub das ist es doch nicht.
00:05:38: Und es sind ... Ich spreche ja viel in der Community mit Eltern.
00:05:42: Neurodivagenta-Kinder.
00:05:44: Alle hatten frühen Bauchgefühl weil einfach zum Beispiel in so Babykrabbelgruppen bis eigene Kind doch ... in einer gewissen Regelmäßigkeit sich anders verhalten hat als andere Kinder.
00:05:54: Also entweder viel angespannter war, im ganzen Ton ist es viel angespannter oder viel mehr Mama- oder Papa gebraucht hat, also sich gar nicht so leicht in den Raum getraut hat.
00:06:05: Oder extrem geräuschsensibel war was, da ist ja viel los in so Krabbelgruppen an Geräuschen.
00:06:10: Darauf besonders stark reagiert hat.
00:06:12: zum Beispiel das sind Kinder die auch im ganz frühen Alter ... Änderungen im Tagesablauf nicht so leicht hinnehmen und ganz deutlich darauf pochen, dass der Rhythmus gleich bleibt.
00:06:24: Die bringen ... Nicht immer, aber in einer Tendenz eine krasse Gefühlstärke mit sich.
00:06:29: Also alle Gefühle die da sind bei allen anderen Kindern auch da, aber einer ganz anderen Intensität.
00:06:35: Sie haben sensorische Geschichten, die haben wir nicht nur im Autismusbereich sondern auch bei ADHS Socken, die dann irgendwie da Bündchen haben.
00:06:41: das nervt und können ganz früh in Dinge komplett versinken Lego zum Beispiel oder so, und an anderer Stelle brauchen sie viel länger als andere Kinderunterstützung bei diesem Ablauf.
00:06:52: Ich geh jetzt hin und putze ein Beispiel.
00:06:54: Es
00:06:54: ist super spannend, was du sagst, weil ich gerade so natürlich automatisch meine Kinder abgeklopft hab und es gab so'n paar Boxen.
00:06:59: also dieses Kribbel in meinen Sohn hat einen ganz krassen Tick.
00:07:02: wenn irgendwie die Schilder im T-Shirt sind müssen alle gradikal weggeschnitten werden bis auf den Ansatz und wenn die auch nur... es gibt doch so ganz weiche Schilders auch nie?
00:07:10: Nee ich kann nicht!
00:07:11: Das kratzt und juckt und er braucht auch viel und lange Zeit Wenn wir Sachen verändert haben, also wir müssen früh ankündigen.
00:07:19: Hey morgen wird es übrigens anders werden.
00:07:21: Ich würde jetzt aber nicht sagen dass er ADHS hat.
00:07:23: Keine Ahnung, ich hab jetzt nicht das Gefühl, dass es da noch andere Anzeichen für gibt.
00:07:26: Aber das beschreibt so ein bisschen die Gefahr, glaube ich, dass man bestimmte Merkmale erkennt und dann sofort sagt, ah, guck mal hier!
00:07:31: Das ist ADHS, das ist eindeutig oder in die andere Richtung.
00:07:34: ADHS wahrscheinlich nicht so machen hat einen blinden Fleck?
00:07:37: Ja... Also das heißt, man kann schon sehr, sehr früh auch im Babyalter eigentlich erkennen oder zumindest Anleitung erkennen?
00:07:42: Ja genau.
00:07:44: also wenn ich mit diesen Eltern spreche, können sie eigentlich dieses Bauchgefühl, das am Anfang ist es einfach mehr ein Bauch-Gefühl, schon ganz, ganz frühen Aber ich hab das noch nicht erlebt, dass Eltern losrennen.
00:07:56: Nachdem sie zwei Dinge beobachtet haben wie du jetzt sagst, ah ja stimmt mein Kind hat das mit den Schildern.
00:08:00: Nicht in Los auf die Diagnostik.
00:08:01: also diese Tendenz wird immer so gerne erzählt, dass Eltern sofort losrennt.
00:08:05: erst mal kriegt man sowieso gar keinen Platz.
00:08:06: da kann man zwei Jahre drauf warten wenn man Pech hat.
00:08:09: aber so ist es überhaupt nicht.
00:08:10: Es ist Die Zeit.
00:08:12: Das sammeln solcher Momente das feststellen das geht irgendwie nicht weg.
00:08:16: wir haben ja dieses klassische alles eine Phase und das trifft bei neurodivergenten Kindern weniger.
00:08:22: Da hat man manchmal das Gefühl, jetzt haben wir es geschafft.
00:08:25: Jetzt haben wir eine herausfordernde Phase hinter uns gelassen und dauert eine Woche.
00:08:30: Man steht wieder am Anfang.
00:08:31: Unsere Therapeutin hat mal gesagt, eure divagente Kinder drehen eher so schleifen.
00:08:35: Man kommt zuvorwärts ... Alles klar!
00:08:38: Weiterentwicklung, die entwickeln sich auch weiter, aber plötzlich steht man in prägnanten Dingen im Anfang.
00:08:43: Es hat sich gar nicht so doll verändert.
00:08:45: Wenn viele Dinge zusammenkommen über einen langen Zeitraum, hat das Gefühl ... Da stehen wir ganz oft wieder am Anfang.
00:08:53: Dann lohnt es sich zusammen mit der älterlichen Intuition, die man ja einfach auch ein bisschen hat.
00:08:58: Man kennt seinen Kind sehr gut und dann lohnt das sich genauer
00:09:00: hinzuschauen.".
00:09:01: Was würdest du deinen Eltern raten, die in so eine Frustrationsschleife geraten?
00:09:04: Wenn sie gerade merken, jetzt haben wir hier diese Phase geschafft diesem Punkt erreicht und jetzt sind wir wieder wo ganz anders drin.
00:09:10: Jetzt geht es alles wieder von vorne los gefühlt, also würdest du dann sagen hey sollte man mal so ein Test machen oder einen genauer drauf gucken oder einfach den Alltag weiter gestalten und das erstmal beobachten?
00:09:20: Also ab wann sollte man gucken dass er mit seinem Kind vielleicht doch mal versucht das diagnostizieren zu lassen oder zumindest herauszufinden in wie intensiv das ist?
00:09:27: Also, da gibt's ein paar Streitpunkte drüber.
00:09:30: So das klassische Alter ist ja der Grundschulbereich einfach deshalb weil über einen langen Zeitraum Eltern sind ja wirklich wahnsinnig robust halten sehr viel aus fürs eigene Kind geht man doch immer mal wieder auch über die Belastungsgrenzen hinaus.
00:09:44: Und diese Tendenz haben viele Eltern und ziehen das so durch, machen und tun zu Hause und passen die Strukturen an.
00:09:52: Vielleicht gibt's auch mal einen Andockpunkt in einer ergotherapeutischen Unterstützung.
00:09:56: Das ist zum Beispiel relativ häufig.
00:09:58: aber die halten es so durch und dann kommt Schule.
00:10:00: In Schule fallen plötzlich ganz wichtige Regulationsmöglichkeiten für diese Kinder weg einfach an die Bewegung.
00:10:06: Und plötzlich ist da viel mehr Sitzen, vier weniger Möglichkeiten mich frei zu bewegen, viel zu belegen, während gleichzeitig die Reizintensität wahnsinnig zunimmt.
00:10:14: Ich bin ja Grundschullehrkraft.
00:10:16: Da ist ganz schön los am Schulformentag viele soziale Kontakte, viele Geräusche, viele andere Reize diese ekligen Lichter, diese Neonröhren die dann auch haben.
00:10:27: und da fällt einfach was ganz Wichtiges zum Kompensieren weg.
00:10:31: und plötzlich wird das, was Eltern eigentlich im Rückblick schon ganz lange irgendwo gesehen haben, ganz besonders deutlich und meist ist das dann der Moment.
00:10:38: Viele Psychologinnen mit denen ich gesprochen habe die eben auch diagnostizieren haben gesagt dass eigentlich das Zeitfenster wenn es wirklich klare Hinweise gibt oder eine ganz klare Vermutung dass so das Fenster zwischen vier bis sechs Jahren viel besser ist zum Diagnostizieren auch wenn er sich erst gerade verändert dieser Blick weil Kinder da tendenziell sich noch nicht so sehr verstellen Gerade diese Kinder und gerade die Mädchen übrigens haben ganz große Kompetenzen da drin.
00:11:05: zu maskieren, nennt man das.
00:11:06: Also zu gucken was ist hier jetzt grade wohl das Ding?
00:11:09: Was ist hier von mir gefordert?
00:11:10: Und wie muss ich mich verhalten damit ich möglichst so bin wie alle anderen?
00:11:14: Das können die sehr gut!
00:11:15: Und je jünger das Kind, desto weniger eintrainiert sind diese Strukturen schon.
00:11:20: Da sieht man die Kinder meist noch etwas Echter.
00:11:23: Aber klassischerweise wird es so der Schulbereich sein.
00:11:26: Ich würde auch nicht sofort sagen ... wenn man sagt, jetzt hab ich drei Dinge beobachtet.
00:11:30: Auf geht's ab in die Diagnostik, sondern klassischer Weise spricht man auf viel mit der Kinderärzte und den Kinderarzt.
00:11:36: Auch früh traut euch früh darüber zu sprechen, dass ihr manche Dinge beabachtet, die euch verunsichern.
00:11:41: Das kann man ja so anmerken.
00:11:45: Die Ärzte mit drei Jahren sagt, das ist eine normale Phase dafür.
00:11:48: Dann ist es aber trotzdem schon mal auf dem Zettel.
00:11:50: Wenn ich das nächste Mal wieder da bin und sage wir sind irgendwie immer noch in dieser Phase und kommen dann nicht raus, dann steht es nochmal auf dem zettel Und so hat man einfach einen Ort wo auch über den längeren Zeitraum dokumentiert ist dass sich bestimmte Dinge nicht verändern und herausfordernd bleiben.
00:12:02: Und ich glaube, das Wichtigste ist ja, dass die Eltern immer das Beste für Kind wollen.
00:12:06: Dass sie auch da hinzugehen zu motivieren, das überprüfen zu lassen.
00:12:09: Weil es gibt nichts Schlimmeres als wenn man das einfach so mitschleift und sagt, nee, das ist schon alles in Ordnung.
00:12:14: Man hat dann keine Möglichkeit dem Kind gerade in dieser wichtigen Entwicklungsphase zu helfen.
00:12:18: Da kommt nämlich eine private Frage.
00:12:20: Mein Bruder hat mit ... Ich glaube, der war ja schon neunzehn oder achtzehn?
00:12:25: Ich bin mir nicht mehr ganz sicher.
00:12:26: Wurde auf einmal Diagnose ADHS gestellt.
00:12:29: Meine Mutter war irgendwie beim Arzt mit ihm oder hat das keine Ahnung, die war auch hart gestresst.
00:12:34: Und wollte einen Grund wissen und es kam dann raus.
00:12:37: Das ging sogar so weit, dass meine Mutter angefangen hat, hier haben alle ADHS.
00:12:40: Es erklärt ganz vieles.
00:12:40: Auch ich wurde irgendwann mit dem Stempel versehen, der Bruder meines Vaters.
00:12:45: Alle in der Familie ADHS, das hat sich nicht bestätigt.
00:12:48: Der einzige, der übrig geblieben ist, ist mein Bruder.
00:12:50: Es wurde dann auch in dem Alter noch mit Ritalin direkt therapiert.
00:12:54: Ist es denn überhaupt noch möglich?
00:12:56: So spät, wenn man so lange wartet ... zu therapieren.
00:13:00: Entweder mit Tabletten, wo man dann auch nur darüber reden muss ob das richtig ist oder halt mit bestimmten Verhaltensveränderungen oder Erziehungsmustern ist es ja in dem Alter nicht mehr?
00:13:07: Absolut!
00:13:08: Also ich habe meine ADHS-Diagnose war die erste, die ich hatte und die hatte Ja, also vor fünf Jahren.
00:13:15: Also ich bin spätdiagnostiziert und ja natürlich im Rückblick hätte ich diese Antwort gerne viel früher gehabt.
00:13:23: Da ich in dieser Zeit nach der Diagnose oder während der Diagnose immer irgendwie schwanger war oder gestillt habe, hab' ich noch keine Medikamente ausprobiert.
00:13:31: Hab das aber vor wenn die letzte Stillzeit dann durch ist!
00:13:35: Natürlich kann man therapeutisch ansetzen.
00:13:37: Was aber viel wichtiger für mich war, war erst mal dieses ganze Verstehen.
00:13:43: Warum verhalte ich mich in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Art und Weise?
00:13:49: Oder wie verhalta ich mich eigentlich wenn ich wirklich echt bin?
00:13:52: Vierunddreißig Jahre lang bis zur Diagnose habe ich mich angepasst.
00:13:56: Und ich hätte gar nicht mehr sagen können was ist eigentlich ... die echtes Askel in bestimmten Situationen.
00:14:02: Was ist eigentlich das, wonach mir wirklich ist und dieses Ganze sich kennenlernen?
00:14:06: Das war der krasse Prozess!
00:14:08: Und alle Menschen, so ich finde die Dreißiger gerade in meinem Umfeld zu krass dafür, egal ob jetzt neurodivergent oder nicht sind so eine Zeit, in der ganz viele sich ultra hat mit sich selbst beschäftigen.
00:14:18: Gerade dann wenn sie Eltern werden weil das einfach so viel hoch bringt.
00:14:22: Genau so ist es auch nur dass man da eben sich noch um ... Themen wie diese Antwort noch mal intensiver kümmert.
00:14:29: Und da ist es auf jeden Fall, also selbst mit Sechzig hätte ich noch wichtige Antworten bekommen und hätte gute Entwicklungsarbeit gehen
00:14:36: können.".
00:14:37: Was genau passiert denn eigentlich bei denen die ADS haben im Kopf?
00:14:40: Also das ganz von den Botenstoffen und was da genau abgeht damit man auch mal versteht... Warum überhaupt ADHS-Menschen sich anders verhalten als welche, die keine ADHS haben?
00:14:49: Mhm.
00:14:50: So ganz genau in der Tiefe erforscht ist das noch nicht.
00:14:54: Aber was immer so nach vorne angestellt wird, ist ein Dopaminmangel oder eine Unterstimulierung.
00:15:00: Das heißt, ADHS Gehirne suchen die ganze Zeit nach Stimulationen, also nach etwas Aufregendem.
00:15:06: Deswegen müssen z.B.
00:15:07: Dinge ... Die Kinder mit ADHS oder auch Erwachsenen im Alltag leicht erledigen können, haben, also besonders spannend daherkommen.
00:15:17: Und das hat wirklich was mit diesen Bodenstoffen im Gehirn zu tun die einfach nicht gut reguliert sind wie das sonst im Neurotypischen so ist.
00:15:25: und das sorgt dann eben genau dafür dass sowas ganz simpelst wie ich stehe jetzt auf und putze mir die Zähne da masche ich meinen Gesicht dann gehe ich ins Bett.
00:15:33: Das ist ja erstmal nichts spannenderes.
00:15:35: Überraschmäßig unstimulierend.
00:15:37: Ja genau das!
00:15:39: Und gleichzeitig aber sensorisch herausfordern, weil es haben Würster im Mund ist eine sensorische Geschichte.
00:15:44: Das ist manchmal gar nicht so angenehm und abends gerade wenn wir da von Abends sprechen sind bei vielen Menschen mit ADHS auch einfach die Akkus komplett leer und sich dann auch für so was aufzuraffen, ist einfach ungemein viel härter.
00:15:57: Und es hat nichts mit ... Ich bin faul oder ich bin dazu weniger fähig als andere prinzipielle Medizine zu putzen.
00:16:03: Es hat wirklich etwas damit zu tun, welche Signale das Gehirn quasi noch schicken kann.
00:16:08: In diesem Fall muss ich immer eine viel größere Hürde drüber um das hinzukriegen.
00:16:14: All diese Dinge muss ich verstehen.
00:16:15: Ich muss wissen warum dass ich einfach nicht faul bin oder irgendwie ein unhygienischer Mensch, weil hey komm es ist nur Zähne putzen.
00:16:23: Und wenn ich diese Antworten nicht habe und nicht die Antwort ah ich hab ADHS und mein Gehirn sorgt dafür das mir das schwerer fällt und ich muss mal bisschen gucken wie ich mich dazu motivieren kann?
00:16:33: Wie kann ich diese Schwierigkeit ausgleichen?
00:16:35: Wenn ich diese antwort nicht habe dann kommt nämlich du hast für den Stempel gesagt Ich würde immer den Stempel in Anführungsstrichen ADHS vorziehen als den Stempel.
00:16:43: Ich bin faul, unfähig und böse.
00:16:46: Und ich habe wirklich ... Also ich arbeite schon lange mit Kindern.
00:16:48: Ich arbeite jetzt mit vielen Familien zusammen, die das betrifft.
00:16:52: Was sich Kinder- und auch deren Eltern für Stempeln aufdrücken, wenn sie die Antwort noch nicht haben?
00:16:57: Das finde ich!
00:16:59: Ganz gruselig.
00:17:00: Ja, also auch der Stempel dumm zum Teil.
00:17:01: Ja
00:17:02: komplett.
00:17:02: Also weil natürlich jemand mit ADAS sich nicht so konzentrieren kann auf die Sachen dann vielleicht auch Probleme in der Schule hat und dann wird das abgestimmt ja gut.
00:17:08: Der ist halt nicht so intelligent was gar nichts miteinander zu tun haben muss.
00:17:11: Nein.
00:17:12: Und was wir gerade beschrieben aus ist ja genau auch das was dann in der schule passiert.
00:17:15: Die Kinder müssen auf einmal anfangen sich hinzusetzen Konzentriert die Schrift zu schreiben Buchstaben schreiben Mathe rechnen lernen etc.
00:17:22: Das ist ja alles.
00:17:23: erst mal vielleicht für den Anfang kurz stimulieren aber nach dem dritten Buchstab überhaupt nicht mehr stimulieren Und weswegen wahrscheinlich auch die Schule eine gute Phase ist, um dann herausfinden okay mein Kind könnte ADAS haben.
00:17:35: Was ist denn aber die Möglichkeit für Lehrer?
00:17:37: oder wo können Lehrern und Erzieherinnen in der Schule unterstützen?
00:17:40: Wie muss der Unterricht eigentlich anders gestaltet werden?
00:17:42: kann man das überhaupt ableisten wenn dort Schülerinnen sind?
00:17:45: die ADAS
00:17:47: Absolut.
00:17:48: Was ich nicht leisten kann, ist natürlich eine therapeutische Eins-zu-Eins-Betreuung erst mal weil ich keine Therapeutin bin und weil ich diese Eins zu Eins Betreuung nicht leisten können.
00:17:55: aber ich kann einen Rahmen schaffen der diese Kinder viel mehr mitdenkt als es der klassische Schulrahmen tut.
00:18:02: man denkt zum Beispiel mal an ein Klassenzimmer.
00:18:04: wenn wir dann so ein klassisches Klassen Zimmer denken Dann stehen die Tische da so nebeneinander.
00:18:09: alle Kinder gucken nach vorne sitzen fehlen auf ihrem Stühlchen Es gibt hier Frontalunterricht also steht eine Lehrkraft vorne erzählt irgendwas hält Vortrag oder ein Kind steht vorne, es gibt ganz viel so.
00:18:18: Frage-Antwortgeschichten mit melden.
00:18:21: Dann wird noch am Platz weiter in die Arbeitsphase gegangen und dann ist zwischendurch mal Pause.
00:18:25: Das ist gerade, also am Ende ist das für kaum ein Kind sehr motivierendes Umfeld.
00:18:31: aber diese Kinder haben halt einfach viel weniger Möglichkeiten das zu kompensieren beziehungsweise eben auch größere Hürden das auszuhalten.
00:18:39: und deswegen sind diese richtige Seismografen für all das was in Schule nicht so gut läuft.
00:18:43: was ich persönlich sehr schön finde, wenn man da hinguckt kann man seinen Unterricht sehr gut weiterentwickeln.
00:18:48: Man kann das Klassenzimmer jetzt verändern.
00:18:50: ich breche also dieses klassische Frontal alle sitzen an ihren Benken auf sondern schaffe unterschiedliche Arbeitsplätze und dazu muss nichts anderes tun, als zum Beispiel Tische umzustellen.
00:19:00: Also Gruppentische zu stellen wo Kinder die gerne in Kooperation arbeiten können.
00:19:05: ich stelle bestimmte Tische an die Wand.
00:19:07: also habt eine Möglichkeit dass dieses Kind abgewendet von diesem ganzen Szenario arbeiten kann
00:19:12: was dann auch nicht unbedingt ne Strafe sein muss.
00:19:15: viel wichtig das man bestimmt Mittel und Methoden anwenden kann, die erst mal wirken, was ist Arme Kind?
00:19:20: Aber es hilft am Ende.
00:19:21: Das ist eben der Part.
00:19:22: Da sind nicht diese ... Ich hab ganz oft so Wandplätze, die wahnsinnig beliebt sind.
00:19:27: Manchmal habe ich dann auch noch so Trainer dazu, wo man sich wirklich richtig abschirmen kann.
00:19:31: Und das hat ja etwas mit einem Ausfall zu tun.
00:19:33: Das sind Angebote, keine Strafe, das ist genau das.
00:19:37: Du nervst mich.
00:19:38: Geh mal bitte da hinten hin, damit ich möglichst wenig von dir sehe.
00:19:41: Sondern ... Hey, ich merke gerade das hier ist ja glaub ich ein bisschen zu viel, kann das sein?
00:19:46: Wie wär's wenn du heute da und da arbeitest?
00:19:48: Dann ist es eine Begleitung.
00:19:49: also bei mir ist so eintrainiert dass die Kinder einfach auch selber sich wirklich in jeder Arbeitsphase überlegen was brauche ich jetzt?
00:19:55: Mir ist heut nach Rückzug Ich geh dahin.
00:19:57: Das läuft automatisch.
00:19:58: Ich kann Fidget toys zur Verfügung stellen.
00:20:00: Gerade wir haben viel so Sitzkreis-Situationen Und grade da wo so nähe zu den anderen Kindern.
00:20:05: Man da sitzen, musste irgendwie zuhören und die Kinder wollen zuhauen.
00:20:08: Die wollen kooperieren!
00:20:10: Das ist kein ... der ist mit Absicht laut oder die nicht unruhig.
00:20:14: Sondern die machen mit, die wollen mehr zuhörn.
00:20:17: Und meine Aufgabe ist, ihnen das zu ermöglichen.
00:20:20: Dann sind da so Fitchett-Häus im Sitzkreis ganz kleine Unerfällige Dinge, die man in der Hand drehen kann, ein bisschen kneten kann.
00:20:27: Ich hab Kopfhörer, die sich aufsetzen kann.
00:20:29: Eine Ruheecke durch eine Regalabstürme, wo man mal fünf Minuten sich komplett rausziehen kann.
00:20:34: Und allein nur durch solche Umstrukturierungen werde ich diesen Kindern gleich ein bisschen mehr gerecht.
00:20:39: Ich kann das nicht zu hundert Prozent gewährleisten, das geht nicht im Schulalltag.
00:20:44: Aber diese Kinder bekommen einfach das Signal, hey da ist jemandem wichtig wie ich lerne und was mir gut tut und die versucht das umzusetzen.
00:20:51: Das ist ein ganz anderes Gefühl als, oh ich krieg das dauernd nicht hin, dauerend bin ich hier die Störende oder der Störende, da geht eine ganz andere Spirale los.
00:20:58: Oma, noch mal ein bisschen wegzukommen von der Schule.
00:21:01: Oft wird ja auch so dieses, es steht auch dir Vorwurf im Raum ... Die Eltern haben die Kinder nicht richtig erzogen.
00:21:06: Das ist eine Erziehungsthematik, das hat gar nichts mit dem Kind zu
00:21:08: tun.".
00:21:08: Also ist es ein Vorurteil oder ist das eher so, dass es auch damit zusammenhängt?
00:21:12: Kann man das so sagen.
00:21:13: Ist ADHS was, was ein Kind entwickelt und bekommt?
00:21:16: Oder liegt es daran, dass die Eltern das Kind falsch erzogen haben an Führungszeichen?
00:21:19: ADHS ist kein Erziehungsfehler.
00:21:21: Das kann man ganz klar sagen.
00:21:23: Dennoch haben ganz viele Eltern mit diesem Vorurteil zu tun.
00:21:26: Na ja gut, keinen Wunder!
00:21:28: Wenn du keine Grenzen setzt sind, musst du dir nie wundern, dass der über Tische- und Bänke geht.
00:21:32: Gerade diese Eltern bekommen dieses Feedback dann... Unfairerweise auch noch viel mehr als andere Eltern.
00:21:36: Also wir Eltern stehen ja sowieso schon irgendwie immer in der Öffentlichkeit und am Scheinwerfer, finde ich ne?
00:21:41: Wenn du dann noch ein Kind hast das nicht den gängigen Erwartungen entspricht dass sich nicht ganz leise Sitz haben irgendwo hinsetzt, dann bist du natürlich nochmal mehr damit konfrontiert, dass Leute die Augen verdrehen sagen naja gut bei den Eltern heute kein Wunder Ja, ach dann wollen sie alle ADHS haben.
00:21:56: letztendlich sind nur die Eltern nicht mehr fähig hier Grenzen zu setzen.
00:21:59: Und es ist wirklich ganz klar erwiesen, ADHS ist kein Erziehungsfehler.
00:22:04: Den Anteil, den wir haben jetzt eine genetische Komponente, adhs das weiß man hat einen ganz hohen genetischen Faktor.
00:22:10: Das heißt wenn ein Kind das hat dann ist in der Familie rückwirkend wahrscheinlich auch noch mehr davon vorhanden.
00:22:17: sagen wir's mal so da haben wir einen kleinen Anteil.
00:22:21: aber durch unsere Erziehung können wir keinen adh s antrennen.
00:22:24: die Kinder kommen so auf die Welt mit dieser Gehirnstruktur.
00:22:28: Was allerdings eine Sache ist, wir können durch unsere Erziehung positiv oder negativen Einfluss nehmen.
00:22:33: Das heißt wenn ein Kind mit ADHS in dieser neurotypisch organisierten Welt einen Elternhaus hat das sich gut auskennt?
00:22:41: Dass weiß was da los ist dass dieses Kind bedingungslos annimmt und sich Hilfe sucht.
00:22:45: Dass es in die Diagnostik geht, dass es in therapeutische Angebote geht.
00:22:48: Dass zu Hause eine Struktur schafft die das Kind unterstützt.
00:22:51: Einen Elternhaus das stärken hervorbringt Und ja auch diesen Part von ADHS den es hier gibt dem ganz viel Raum gibt, dann kann das so einen tollen positiven Einfluss haben.
00:23:02: Während auf der anderen Seite für diese Kinder noch mal schwieriger ist wenn es Elternhaus eben nicht so gute Ressourcen hat weil diese Kinder ja auch im Außen permanent negatives Feedback bekommen.
00:23:13: Es gibt eine Studie die hat untersucht Kinder bis manchmal unterschiedlich manchmal bis zehn manchmal bis zwölf Jahre hat Kinder untersucht, die entweder eine diagnostizierte ADHS haben oder klare ADHS-Merkmalen zeigen.
00:23:25: Auch wenn sie noch nicht diagnostiziert sind.
00:23:27: und man hat festgestellt, dass die bis zum zehnten Lebensjahr zwanzigtausend mehr negative Kommentare bekommen als andere Kinder.
00:23:35: Und gerade Kinder sind ja noch sehr in diesem ... dann bin ich bestimmt schuld, Modus.
00:23:39: Der eigene
00:23:40: Selbstwirk ist da hin?
00:23:41: Genau!
00:23:41: Dann kann man sich ungefähr vorstellen, bis die zehn sind.
00:23:44: Ich krieg jedes Mal Gänsehaut, wenn ich das sage.
00:23:46: Da kann man dich ungefähr vorstellen wo die stehen.
00:23:48: Kann zu Hause auch noch ein Elternhaus, das aus welchen Gründen auch immer ist, dass nicht so gut unterstützen kann.
00:23:55: Dann ist es natürlich doppelt und dreifach schlimm.
00:23:57: Deswegen unsere Erziehung hat einen Einfluss aber die sorgt nicht für
00:24:00: ADHs.".
00:24:01: Und wenn du es jetzt gerade schon so sagst wie wichtig das auch ist?
00:24:03: Dass das halt Kind gefördert wird oder nicht irgendwie noch vielleicht Zuhause klein gemacht wird.
00:24:06: Wenn ich jetzt in Elternteil bin das vielleicht merken.
00:24:08: okay ich glaube hier besteht ein Verdacht.
00:24:10: was mache Ich dann also?
00:24:11: wo hole ich mir denn dann professionelle Hilfe?
00:24:13: Was ist der Werdegang und Wie läuft an dir Diagnostik kurz zusammengefasst ab.
00:24:17: Also der klassische Part ist wirklich immer über Kinderärzte und Kinderarzt, gerade wenn ich gesetzlich versichert bin brauche ich auch eine Überweisung.
00:24:23: in der Regel für eine Diagnostik im Privatbereich ist das nochmal anders.
00:24:26: aber das heißt ich brauch auf jeden Fall da schon mal den Austausch.
00:24:30: Eine Ergotherapie kann zum Beispiel unterstützen und die kann ich auch schon vor Diagnose machen.
00:24:34: Ich brauche auch ne Überweisungen also braucht er wieder den Kinderarzenboot.
00:24:39: Aber diese Angebote kann ich schon vorher nehmen.
00:24:42: Und da werden zum Beispiel auch so planerische Sachen geübt, also meine Kinder haben unter anderem eine Ergotherapie durchlaufen, auch vor Diagnose und da werden dann so Sachen gemacht wie ... Wir töpfern was.
00:24:55: Und töpfern, ich muss mir überlegen, was brauche ich dazu?
00:24:57: Wie fange ich an?
00:24:58: Ich muss aushalten dass der Prozess nicht sofort fertig ist sondern ich muss aushalten das es mehrere Schritte hat, dass wir auch das brennen erst beim nächsten oder übernächsten Mal machen können.
00:25:06: Das trainiert einfach wichtige Fähigkeiten während so ganz netten Nebenbei was gemacht wird.
00:25:11: Das kann alles auch parallel laufen.
00:25:12: So Sachen wie eine Verhaltenstherapie oder eine Psychotherapie, eine Kindliche die kann ich auch ohne Überweisung machen und die kann sich auch ohne Diagnose machen.
00:25:20: Gleichzeitig würde man dann eben wenn man sagt ich möchte in die Diagnostik Ein zum Beispiel ein sonderer pädriatrisches Zentrum aufsuchen, SPZ.
00:25:29: Wo ganz viel unter einem Dach dann stattfindet.
00:25:32: PsychologInnen oder Fachärztinnen für Psychiatrie können solche Diagnosen unter anderem stellen Und der Diagnose-Prozess besteht meist aus mehreren Terminen.
00:25:42: Die Eltern werden befragt, das Kind wird befragt
00:25:45: ... Da gibt's eine Fragebogen.
00:25:46: Ich hab mich vorher noch mit einer Freundin unterhalten und die meinte, dass sie diesen Fraggebogen irgendwie furchtbar fand teilweise weil die Fragen hier so altmodisch vorkamen.
00:25:54: Eine Frage zum Beispiel meine Sie war kann mein Kind gehorchen?
00:25:58: Ja.
00:25:58: Es ist es so, dass solche Fragen bewusst zu drinnen gestellt werden oder ist es sodass die Fragebögen veraltet sind?
00:26:05: Ja leider haben wir auch große Unterschiede in den Fachpersonal das diagnostiziert.
00:26:10: Das wird mir auch für selbst vom Fachpersonal zurückgemeldet, manche die da schon sich auf den Weg gemacht haben auch viel neue Erkenntnisse einbeziehen gerade über die Mädchen, die ja deutlich unterdiagnostiziert sind.
00:26:19: Auf den Fragebügen, die ich bisher gesehen habe hat diese Frage bisher nicht drauf gestanden.
00:26:24: also wir sind glaube ich ganz gut an eine ganz gute Adresse geraten.
00:26:27: aber natürlich wird zum Beispiel gefragt wie das Kind mit Anweisungen umgeht oder bitten.
00:26:33: dass ist ja ne ganz andere Formulierung als kann es geräuchten?
00:26:35: Vielleicht
00:26:35: hat sie's auch umgedeutet und ich hab nur diesen
00:26:38: möglich.
00:26:39: Aber ja, es wird schon aus sehr vielen Bereichen gefragt und manches davon ist sicherlich auch altmutsch.
00:26:44: Man muss sich dann immer sagen, es geht am Ende um dieses komplexe Testungsverfahren-Gespräche.
00:26:50: die Schule der Kindergarten wird mit allen bezogen das Kind selbst wird angeschaut in mehreren Terminen.
00:26:55: also wenn jetzt eine Frage ein bisschen komisch vorkommt man kann auch sagen Kann ich nicht beantworten?
00:27:01: Das kann man immer tun aber sich dann vielleicht nicht so an einer Frage aufhängen weil das ist nur so ein kleines Puzzlestückchen im Diagnoseprozess am ende
00:27:09: Wenn man jetzt festgestellt hat, mein Kind hat ADAS.
00:27:11: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es dann die man anwenden sollte?
00:27:15: Also der zeitgemäße Umgang ist immer, dass man mehrere Säulen gleichzeitig bearbeitet.
00:27:19: Eine ganz wichtige Säule ist die Psycho-Education.
00:27:22: Das heißt sowohl das Kind als auch die Eltern und auch das Weitereumfeld sollte sich gut auskennen damit.
00:27:27: Sollte sich belesen, sollte informiert werden ... Auch Social Media kann dazu beitragen.
00:27:32: Deswegen find ich den ganzen Niedelschwelligen.
00:27:35: Ein tolles Angebot, sich schnellmann Impuls zu suchen.
00:27:38: Wir sind ja als Eltern wirklich gut gefordert.
00:27:40: Ich kann mir nicht jeden Tag dreifach höcher durchlesen.
00:27:42: Es geht nicht.
00:27:43: Aber mich gut auskennen... Was ist das eigentlich?
00:27:45: Warum passieren bestimmte Dinge, warum verhält sich mein Kind so.
00:27:48: Wenn ich das alles weiß und verstehe dann bin ich gleich viel kompetenter im Umgang mitbringen am besten auch eine gute Haltung dazu mit.
00:27:54: Und habe auch ne ruhigere Art wahrscheinlich mit meinem Kind umzugehen weil ich vieles besser verstehe.
00:27:58: Ich glaube es geht kennt jeder im Alltag wenn's bestimmte Dinger gibt nicht nur mit Kindern.
00:28:01: wenn man was besser verstanden hat dann hat man auch ne andere Haltung die man da zu einnehmen kann und ist meistens entspannter als wenn man etwas konfrontiert wo man denkt was passiert denn hier?
00:28:08: gerade
00:28:09: Für Eltern ist diese Antwort so wichtig, weil du hast es über dieser Erziehungsfehler gesprochen.
00:28:14: Der Schuldrucksack den Eltern gerade dieser Kinder mit sich bringen der ist gigantisch.
00:28:19: und wenn man den Stückchen leichter macht in dem man sagt hey das warst nicht du dein Kind hat ADHS okay dann wird auch dieses Phänomen ein bisschen leichter und auch das hilft ja im Umgang.
00:28:31: Es entlastet mich ein bisschen, also dass so der eine Bereich, der zweite Bereich sind therapeutische Unterstützungsmaßnahmen.
00:28:36: Ich habe schon Ergotherapie genannt Verhaltenstherapie die klassische Kinder- und Jugendpsychotherapie.
00:28:43: Je nachdem, da kommt's ein bisschen drauf an ... Wo sind denn die Schwerpunkte bei meinem Kind?
00:28:47: Wo braucht es Unterstützung?
00:28:48: Wo wollen wir ansetzen?
00:28:49: Da muss man sich gut beraten lassen.
00:28:50: Ich würde das auch an der Stelle, wenn man die Diagnose mitbekommt, fragen, was würden Sie jetzt vielleicht für einen therapeutischen Weg empfehlen?
00:28:57: Wir haben das so gemacht und haben gute Ansatzpunkte bekommen.
00:29:00: Das waren nur Beispiele im therapeutischen Bereich.
00:29:03: Eine weitere Möglichkeit sind Medikamente.
00:29:06: Das Narrativ ist immer ja, dann werden die damit vollgepumpt gut ist.
00:29:10: Und das ist einerseits, ich finde es ganz, ganz schwierig weil es so ein schwieriges Bild auf einen Pfeiler dieser Begleitung wirft der wirklich über Lebenswege entscheiden kann.
00:29:24: Und ja, natürlich ist es wichtig sich gut Gedanken zu machen.
00:29:28: Ob wir Medikamente einsetzen oder nicht?
00:29:30: Weil das am Ende ein Medikament ... Das ist kein Bombo, dass wir geben.
00:29:33: Dass man so eine nice-to-have ist.
00:29:34: Es ist ein Medikanentenmedikament kann auch Nebenwirkungen mit sich bringen.
00:29:39: Ein Medikament setzt man nicht einfach so ein.
00:29:41: Eine bewusste Entscheidung.
00:29:42: Aber es ist ein Abwegen aus.
00:29:43: wo steht das Kind zum Beispiel?
00:29:45: je älter das Kind und je psychischer instabil umso schneller wird reagiert mit Medikamen zum Beispiel.
00:29:53: das Kind schon an einem Punkt ist, wo man nicht sagen kann.
00:29:56: Wir machen jetzt mal zwei Jahre Therapie und wenn das nichts bringt dann gehen wir den Weg.
00:30:00: es gibt manchmal Momente wo das viel viel schneller passieren muss weil das Kind in einen nicht mehr so guten Zustand ist oder wo die Beziehung von Eltern und Kindern schon in einem sehr sehr unguten Zustand isst.
00:30:10: Es gibt auch den Ansatz dass Kinder Auch schon so weit in diesem Stodel drin stecken, das therapeutische Maß.
00:30:17: Das hat man untersucht gar nicht mehr so gut greifen können.
00:30:19: wenn ich auf der anderen Seite dem Gehirn durch dieses Medikament erst mal eine Möglichkeit gegeben wird dass was man da lernt übt und trainiert dass man das überhaupt annehmen und verankern kann, was ich
00:30:31: wahrscheinlich schon so Prozesse auch festgeschliffen haben.
00:30:33: Komplett!
00:30:34: Ich weiß noch mal mein Bruder damals war das wirklich so dass er die Ärztin war auch so ein bisschen verschrien als jemand mit den Pillen um sich schmeißt.
00:30:39: Er hat gesagt hey das muss jetzt hier sofort passieren und es war dann auch so dass ja sofort auch damals Ritalin verschrieben bekommen hat aber es hat auch direkt geholfen.
00:30:46: das war wirklich der erste Ankerpunkt überhaupt anzusetzen eine Veränderungsprozess einzuleiten Und ich hab das damals, als ich in der Jugendhilfe gearbeitet habe auch erst mal kritisch gesehen.
00:30:55: Weil ich das auch von meinem Bruder wusste dachte oh Gott hier wird mit Pillen um sich geworfen weil es wird da auch sehr schnell gemacht.
00:31:00: In der Jugendhelfe gibt's nicht oft die Möglichkeiten dass man therapeutisch rangeht weil es keine Grundplätze gibt.
00:31:05: Die Erzieher haben nicht die Zeit dafür die Erziehungsmethoden so anzuwenden.
00:31:09: Ich hatte in der Gruppe gearbeitet wo zehn Jugendliche waren Als einer Zier da kannst du nicht individuell auf jeden eingehen.
00:31:14: Das heißt da wurden auch sehr Schnell Tabletten verschrieben.
00:31:17: Ich war da am Anfang kritisch, aber im Nachhinein muss ich leider sagen dass es doch sehr positive Effekte hatte weil man dann überhaupt erstens normale Arbeiten mit denen gekommen ist.
00:31:25: Aber es gab natürlich auch Probleme, weil bestimmte Medikamente halt noch anders wirken.
00:31:29: Der Klassiker hat damals immer Ritalin gewesen und dann gab's glaube ich noch EQUASIM oder EQSIM.
00:31:34: Ich bin mir nicht sicher wie das ausgesprochen wird hat bei den Jugendlichen auch oft so eine Trägheit teilweise geführt.
00:31:40: Bei meinem Bruder weiß ich noch, dass es oder generell glaube ich ist bekannt, dass das auch zu Potenzproblemen führen kann.
00:31:44: Im Erwachsenenalter ist jetzt für Kinder nicht ganz so wichtig.
00:31:48: Aber das heißt aber du bist schon auch Vertreter davon, dass die Medikamente auch essentiell wichtig sind in der begleitenden Form oder sein können.
00:31:55: Das ohne eigentlich schwierig ist wenn vor allem des ADHS so stark ausgeprägt ist, Also was ich damit eigentlich sagen will, dass man auch diese schlechte Gewissen nehmen kann.
00:32:05: den Eltern die sagen hey Ich hab mein Kind jetzt täglich die Aufgabe ihm eine Tablette zu geben.
00:32:10: Das bleibt ein Thema und das ist ein Thema.
00:32:13: dann Ist man eigentlich so ganz gut auf seinem Weg?
00:32:15: Man hat sich vielleicht für die Medikamentendosis entschieden merkt auch Hey das bringt hier Ruhe rein zu Hause.
00:32:20: wir können erst mal wieder in ganz andere Verbindungen gehen.
00:32:22: ich komme wieder ganz anders an meinen kind dran.
00:32:25: Mein Kind kann ganz andere Erfolgserlebnisse haben.
00:32:27: er hat plötzlich Ruhe im Kopf und kann sich wieder Dingen widmen sind.
00:32:32: Und dann sind die da auf dem Weg.
00:32:33: und dann kommt der nächste große Reise in irgendeiner Zeitung bei Social Media, oh Gott Gift und Galle.
00:32:39: und ganz schlimm!
00:32:40: Weil diese Entscheidung einfach keine ist, die man so richtig trifft sondern immer ein bisschen, naja gut es ist halt ein Abwägen, er haut das ganz oft in die Kerbe verunsichert wieder.
00:32:50: also da würde ich mir einfach wünschen dass diese mediale Darstellung einfach differenziert ist.
00:32:54: Es gibt bestimmte Gründe auch Kinder die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung dieses Medikament nicht nehmen dürfen.
00:33:00: Man kann nicht sagen, bitte jetzt ist ja ADS.
00:33:02: Nehmt das Medikament und ist alles gut?
00:33:04: Das ist Quatsch!
00:33:05: Man muss sich wirklich jeden Fall einzeln anschauen.
00:33:07: Man muss gut gucken wie sind die älterlichen Ressourcen zu Hause?
00:33:10: Wie weit ist das Kind in diesem Strudel drin?
00:33:12: Wie stark sind diese Symptome ausgeprägt?
00:33:14: Und dann ist es auch nicht so dass wir für dreißig Jahre eine Packung dahingestellt kriegen.
00:33:19: Die gibt man dann seinem Kind und keiner guckt jemals wieder drauf sondern man wird recht eng und darum sollte man sich auch kümmern.
00:33:25: wenn man das Gefühl hat... Man wird da nicht gut begleitet, oder ich vertraue dem Arzt der Ärztin irgendwie ... Oder ich fühl mich einfach nicht so richtig gut informiert.
00:33:33: Dann versuchen zu wechseln, wo man sich in dieser Begleitung gut aufgehoben fühlt.
00:33:37: Das ist echt, echt wichtig und es gibt auch... Also das erlebe ich als Lehrkraft ganz oft.
00:33:44: Es gibt auch immer wieder Phasen, wo zum Beispiel Pausen gemacht werden umzugucken.
00:33:47: In einer guten Begleitung nutzt man z.B.
00:33:49: mal eine Ferienwoche, um zu gucken okay wie ist es denn ohne?
00:33:53: Und sind wir schon an einem Punkt, wo wir die Dosierung runter schrauben können?
00:33:57: Oder doch bleibt es erst mal dabei.
00:34:00: Das braucht ein immer wieder hinschauen, immer wieder nachjustieren und auf eine richtige Dosis gucken.
00:34:05: Ich erlebe das Kinder nicht nur im Schulraum.
00:34:07: Es wird gesagt, die Schule ist kacke.
00:34:09: Deswegen müssen die da vollgepumpt werden, damit die in der Schule funktionieren aber keiner guckt wie's denen geht.
00:34:15: Es ist, wie du schon richtig beschreibst, multifaktoriell.
00:34:17: Also es nicht die Pille, die man reinschmeißt und dann wird alles gut, sondern das ist halt ein Faktor von vielen, die nebeneinander laufen.
00:34:22: Und jetzt hast du's grad schon gesagt.
00:34:23: damals war so dass die Ärztin meinte, man darf das nicht aussetzen.
00:34:26: Man sollte das durchgehen nehmen.
00:34:28: wahrscheinlich wird auch in gewisser Form sein.
00:34:30: aber du hast gerade schon angedeutet man kann auch mal eine Pause machen beziehungsweise ist es vielleicht auch mal hilfreich?
00:34:34: Ist es so?
00:34:34: also ist es so dass man bei diesen Medikamenten ich hatte es auch so abgespeichert hey man muss eigentlich gefangen in dieser wenn ich einmal damit anfange da muss ich sie nächsten Jahre zehn Jahre meinem Kind verschreiben.
00:34:45: Also wie gesagt, ich kann von der Begleitung die ich persönlich mitgemacht habe oder eben auch im Schulkontext gesehen habe sprechen.
00:34:52: und da gibt es diese Pausenmomente.
00:34:53: Man nimmt am Anfang erst mal das Ganze über einen längeren Zeitraum, sagen wir mal so das erste Jahr einfach damit man überhaupt in eine Routine reinkommt wirklich beobachten kann.
00:35:01: Gibt es Verbesserungen?
00:35:03: In welchen Feldern gibt es die Verbesserung?
00:35:05: Wo tauchen Schwierigkeiten auf?
00:35:07: Gibt's doch irgendwelche Nebenwirkungen wo wir genauer hingucken müssen?
00:35:10: Es dauert auch ne ganze Weile bis diese Dosierung passt.
00:35:14: Wenn... Eltern sollten hellhörig werden, wenn ihnen das wirklich nur hingestellt wird und sagen wir nehmen das jetzt mal.
00:35:19: Und pass dann schon.
00:35:20: Sagen sie nochmal kurz ob es geht.
00:35:21: Schön
00:35:22: schön, ich erinnere mich mein Mutter musste hat dann auch ganz... Das wurde ganz lange angepasst.
00:35:25: Erstmal vierzig Milligramm oder weiß ich nicht?
00:35:27: Und an zwanzig fünf.
00:35:28: und das war so ein ständiger Prozess bis wir irgendwann einen Punkt waren wo man gemerkt hat Jetzt ist es genau richtig eingestellt
00:35:34: Genau und das kann wirklich dauern.
00:35:35: deswegen gibt man in der ersten Zeit das schonen möglichst ohne Pause damit sich erst einmal überhaupt diese Sache entwickeln kann und man eben auch so'n längeren Beobachtungszeitraum hat.
00:35:44: Was bringt das dem Kind vor allen Dingen?
00:35:47: Und dann im Laufe der Zeit wird aber immer wieder auch regelmäßig geschaut, okay wie läuft's denn ohne.
00:35:53: Einfach um da mal einen Eindruck zu haben und aus eigener Frauen kann ich sagen man sieht dann schon sehr schnell sind wir an den Punkt wo was nicht mehr brauchen oder ist es schon noch gut dass wirs haben?
00:36:03: Und wenn wir jetzt ein Kind haben, was jetzt eingestellt ist und Therapie vormacht.
00:36:06: Ist das etwas, was sich auch verwächst über die Zeit?
00:36:08: Also ist es was, was irgendwann weggehen kann.
00:36:11: oder hat man seit dem langen mit ADS?
00:36:12: Genau!
00:36:14: Das ist ja einfach etwas, das wirklich im Gehirn ... grundsätzlich anders funktioniert und wir kriegen nicht plötzlich ein neuropypisches Gehirn, nur weil wir Therapie machen oder weil wir Medikamente nehmen.
00:36:24: Das bleibt ein Leben lang.
00:36:26: aber im besten Fall lernen wir einen positiven Bezug zu dieser Diagnose aufzubauen.
00:36:31: den habe ich mittlerweile.
00:36:32: Ich würde das selbst wenn ich das durch Zauber handen könnte würde nie meine adh s abgeben oder mein Autismus weg geben.
00:36:38: mich bin ganz ganz froh dass ich den habe weil an vielen Stellen viele Dinge die ich geschafft habe im nachhinein würde ich sagen hab ich nicht Trotz ADHS irgendwie halbwegs hingerichtet, sondern vielleicht wegt
00:36:49: der
00:36:49: ADHS.
00:36:50: Was sind da so positive Aspekte, die überdennen wird es?
00:36:52: Wenn du Kinder mit ADHS begegnest ... Ich weiß bei meinem Bruder war's so, dass ja auch immer jemand war, der sich super schnell begeistern ließ für Dinge, der brannte, los wollte und alle möglichen Leute an.
00:37:03: Hey komm wir machen das!
00:37:04: Es hatte auch den Nachteil, dass es dann sehr schnell wieder verbrannt ist.
00:37:07: Das war die andere Seite aber dieses erste Go war super angenehm.
00:37:10: also man hat jemanden richtig hochkickt.
00:37:13: was gibt's denn so viel Plakative Dinge, wo man sagt hey das ist bei ADS-Menschen.
00:37:16: Da kannst du davon ausgehen wenn du den in deinem Leben hast dann ist es positiv.
00:37:20: Also immer positive, da plädiere ich komplett dafür!
00:37:23: Ja du hast ja schon genannt diese Begeisterungsfähigkeit?
00:37:26: Ich kann bis heute... ich bin jetzt neun und drei und schick Harald Und bis heute wird irgendwie was Tolles passiert mich so kindlich ehrlich darüber freuen und mich für Dinge begeistern.
00:37:37: und also mein Mann ist da sehr geduldig wenn ich ihm das fünfte Ding von Ihnen da sei.
00:37:40: Guck mal guck mal hier kannst Du das fassen.
00:37:43: Es gibt eine Tendenz zu einem großen Gerechtigkeitsin.
00:37:46: Also diese Kinder und Jugendlichen sind unglaublich sozial, das find ich so wichtig, weil das so schnell in ne andere Schublade gepackt wird.
00:37:55: Weil sie tendenziell etwas mehr in Konflikte geraten, weil sie sich vielleicht eben in der Gruppe so verhalten, dass die schnellen ... Der schon wieder, die schon wieder kommen!
00:38:05: Unfassbar soziale Kinder und hilfsbereite, gerechte Kinder und Jugendliche.
00:38:11: Und mein Gerechtigkeitssinn sorgt dafür, dass ich das mache, was ich jetzt mache.
00:38:15: Früher war mein Gerechtigkeutssinn so ... Oh Gott!
00:38:17: Ich bin vorlaut gerade als Mädchen.
00:38:20: Ich bin frech, ich bin ja zogen.
00:38:22: Denken
00:38:22: Sie sich über dazwischen?
00:38:24: So weiß nicht wann man mal ... Muss immer das letzte Wort haben.
00:38:27: Aber ich hab Ungerechtigkeit, tut mir körperlich weh.
00:38:31: Jetzt habe ich da raus eine Stärke gemacht, in dem mich unermüdlich ... Und ohne dass ich da Erschöpfungsserscheinungen habe, für ein besseres Bildungssystem sprechen kann oder mich für Kinder einsetzen kann an ganz vielen Stellen.
00:38:41: Also diese Begeistungsfähigkeit der Gerechtigkeit sind eine hohe Kreativität auf Dinge zu kommen die kein anderes Kind so kommt und du hast es gerade angesprochen bei deinem Bruder.
00:38:53: wenn man dann diese Kinder Geile erste Ideen haben oder die plötzlich so was reinwerfen und sagt, wo kommt das denn jetzt her?
00:39:00: Ja mega Sache.
00:39:02: Wenn man die zum Beispiel auch später in einem Arbeitsfeld an Stellen setzt, wo sie permanent diese Stärke ausspielen können also sind zb nicht so gut da drin dann so ein Projekt wenn es um die Details geht mit einem langen Atem umzusetzen auch schon.
00:39:14: Aber das ist einfach nicht die Stärke, wenn man die aber zum Beispiel in Projekten, in Gruppen genau an diese Stelle setzt wo es so diese ersten Impulse braucht, wo es kreative Ideen braucht und dann in eine Gruppe setzt, wo diese anderen Dinge dann wieder wehanders gut weiterführt Dann sind die Goldwerte nicht ohne Grund ein Kopf voll gold.
00:39:31: Und das sind alles so Dinge Die da ne Rolle spielen können.
00:39:34: und unsere Aufgabe sowohl als Lehrkraft aber auch als Eltern finde ich Es So oft es geht einen Rahmen zu schaffen in denen dass diese Kinder sich als selbstwirksam, wertvoll und auch als extrem kompetent erleben können.
00:39:50: Das ist ein super schönes Fazit eigentlich!
00:39:52: Wir sind mich am Ende von dem Ganzen.
00:39:54: Es war super spannend mit dir über der Estherien.
00:39:56: Ich konnte auch noch mal ein bisschen was lernen weil ich damals mich natürlich nicht so befasst habe, als mein Bruder das hatte und immer noch hat.
00:40:02: Und in der Jugendhilfe wurde es leider nur stiefmütterlich mit Pillen behandelt also es gab's nicht so viele die das ja miteinander gesetzt haben.
00:40:09: Sasuke wo findet man dich wenn man mehr wissen will?
00:40:13: Mein Social Media Account, ligniert, kariert.
00:40:15: Der vereint alles was ich so mache und kriegt mir über all meine Sachen etwas mit.
00:40:19: Wenn man es jetzt ums Thema Neurodivergenz haben möchte dann habe ich ein Buch dazu geschrieben.
00:40:23: das ist schon erwähnt Ein Kopf voll Gold.
00:40:24: Das kann man sich anschauen Und ich hab auch einen eigenen Podcast der heißt auch ein Kopf voll gold.
00:40:29: Also wenn man das bei Google eingebt findet man alle meine Angebote würde ich sagen.
00:40:33: Aber ja freue mich wenn man da vorbeischaut und auch ein bisschen mit eintaucht in dieses wertvolle
00:40:38: thema.
00:40:38: Dann vielen Dank dass du da warst
00:40:40: Danke dass ich da sein durfte.
00:40:43: Das war beste Vaterfreuden.
00:40:45: Eine Produktion von
00:40:47: Auf die Ohren!
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