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Autismus bei Kindern: Was sind die Anzeichen? – mit Isabel Demirel

Shownotes

Für Kinder gibt es ja gewisse Meilensteine, also wann sie anfangen zu krabbeln, zu sprechen, zu laufen. Aber ab wann merkt man eigentlich, dass das eigene Kind anders ist – und was macht man dann? Darum geht’s in dieser Folge mit Neurodivergenz-Expertin Isabel Demirel. Sie erzählt von ihrem Sohn, der ADHS und Autismus hat, und von einem Weg, der alles andere als einfach war: erste Auffälligkeiten, Zweifel von außen („Das ist doch nur Einbildung“) und der lange Prozess bis zur Diagnose. Es geht um die Realität im Alltag: von Überforderung und Mental Load bis hin zu ganz konkreten Situationen, in denen man plötzlich erklären, einordnen und für sein Kind einstehen muss. Gleichzeitig aber auch darum, wie man als Familie seinen eigenen Weg findet, das Umfeld mitnimmt und trotz aller Herausforderungen zu einem harmonischen und stabilen Familienleben kommt.

Hier findet ihr Isabels Podcast „Hi, Baby!" und hier geht's zu ihrem Buch: „Anders glücklich – Familienleben jenseits der Norm".

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Transkript anzeigen

00:00:01: Warum gibt es die Welt?

00:00:03: Papa ich hab dich lieb.

00:00:05: Mama macht die Arbeit und Papa macht den Quatsch!

00:00:08: Beste

00:00:08: Vaterfreuden,

00:00:10: der langweilige Podcast

00:00:11: übers Vater

00:00:12: sein.

00:00:13: Ja ja ja ja!

00:00:15: Hast du das immer auch manchmal Wein singen dir?

00:00:19: All dies ran, alle geschlafen.

00:00:21: Setzt

00:00:21: sich bitte hin.

00:00:23: Hallo und herzlich willkommen zu beste Vaterfreunden

00:00:26: Hallo.

00:00:27: Und heute geht es um Neurodivergents im Familienalltag mit Isabel Demirel, hallo Isa!

00:00:34: Hallo

00:00:35: schön dass ich da sein darf.

00:00:37: Klaro und du hast auch ein neues Buch am Start anders glücklich.

00:00:40: Familien leben jenseits der Norm.

00:00:42: mehr innere Leichtigkeit und Akzeptanz mit neurodivergenten Kindern.

00:00:46: Du hast einen Sohn der Im Autismus Spektrum ist ne?

00:00:51: Der ist sowohl autist als auch adh isla.

00:00:54: Ah ok Das gibt's häufiger bei Autismus-Kindern, ADHS als bei nichtautistischen Kindern?

00:01:02: Tatsächlich ja.

00:01:03: Das ist eine relativ große Überschneidungsrate und ich glaube die wird auch mit der Zeit immer zunehmender.

00:01:09: also es war ja früher so das man gesagt hat Es geht gar nicht weil es ist ja so gegensätzlich Und entweder hat ein Kind Autismus oder ein Kind hat ADHS und inzwischen ist klar dass beides gleichzeitig vorhanden sein kann Und wurde jetzt ja auch in den neuen Leitlinien, die bei Ärzten einfach so ein Diagnosekriterium darstellen.

00:01:33: Wurde das jetzt auch angepasst?

00:01:34: Also man kann jetzt auch in Deutschland offiziell die Diagnosau-DHS vergeben also sowohl Autismus als auch ADHS.

00:01:43: Wann kam das denn das erste Mal auf bei dir?

00:01:45: der Gedanke, als du Mama geworden bist?

00:01:47: Du bist ja vor zehn Jahren Mama geworden mit nur noch zwanzig.

00:01:50: Hey mein Kind verhält sich in bestimmten Punkten bisschen anders weil Als Elternteil, das kenne ich von mir beobachtet.

00:01:56: Man ja sein Kind ganz genau so ... Hey!

00:01:58: Wann macht es was?

00:01:59: Wie macht es das?

00:02:01: Wie nimmt es bestimmte Sachen wahr?

00:02:02: Wo reagiert es anders?

00:02:04: Wann kamen das bei dir?

00:02:05: Das kam bei mir schon ganz schön früh.

00:02:07: Ich komme auch aus einer sehr großen Familie.

00:02:09: Ich habe drei Geschwister und viele Cousins.

00:02:13: Und ich hab viel mit Kindern zusammengearbeitet in meiner Jugend.

00:02:17: Und das erste Mal stutzig wurde ich tatsächlich als mein Sohn sechs Monate alt war.

00:02:23: Kennt ihr diese App Oh je ich wachse.

00:02:26: Nee, ich kenne das

00:02:28: Buch dazu und eben auch so eine App und ich finde es ist ein riesen Ding.

00:02:33: und bei mir in der Krabbelgruppe hatten alle Mamas diese App oh je ich wasse.

00:02:37: und dann war das immer so.

00:02:38: da konntest du immer so Meilensteine von deinem Kind beobachten und dann gab's so Tipps wie du dann kindideal unterstützende Kognitiv mobil mit allem möglichen.

00:02:49: Und ich hatte eben am Anfang auch diese App mir runtergeladen und am Anfang war das noch cool.

00:02:53: Und dachte so, oh wow!

00:02:55: Jetzt kann mein Kind das auch, ist das spannend?

00:02:57: Jetzt passiert das bei meinem Kind... ...und wie kann ich das jetzt

00:03:00: unterstützen?".

00:03:01: Und irgendwann ist es so losgegangen dass mein Kind immer weiter von dieser Norm zurückblieb.

00:03:09: Und es eigentlich laut App immer mehr Dinge können müsste die aber bei uns einfach noch gar nicht da waren.

00:03:16: Und das ist ja sehr individuell, woran man jetzt Neurodivergents am Anfang bemerkt.

00:03:21: Bei uns war es eben die Motorik und deswegen ist dies wahrscheinlich auch schon so früh aufgefallen.

00:03:26: Bei anderen ist es vielleicht die Sprache dann fällt erst später auf bei wieder anderen ist also die soziale Interaktion dann fällt es auch erst später aus.

00:03:34: aber bei uns war's eben so die Körperwahrnehmung unserer Sonnes, die eine völlig andere Wahr- und immer noch ist als bei neurotypischen Menschen.

00:03:43: Und das war dann eben relativ früh, wo ich dann so dachte ... Stopp mal.

00:03:47: Irgendwas passt hier überhaupt nicht!

00:03:49: War das erst einmal ein wahrscheinlich trauriger Moment und ein erschreckender Moment?

00:03:53: Also ich erinnere mich noch, dass bei... Man soll ja nicht vergleichen.

00:03:57: Vieles, was man gerade am Anfang tut ist vergleichend der eigenen Kinder mit denen der anderen.

00:04:00: Hm, zumindest war es bei mir so.

00:04:03: Der macht's besser, schlechter genauso gut hoffentlich besser.

00:04:07: Wenn schlechter findet man schneller Ausreden und Gründe warum es denn jetzt heute oder vielleicht zurzeit schlechter ist

00:04:12: war bei uns genauso.

00:04:14: Und ich sag ja auch immer, wir vergleichen ja alle und vergleiche ist ja was total Menschliches.

00:04:19: Weil du ja auch irgendwo gucken möchtest wo steh' ich?

00:04:22: Wo steht meine Familie im Vergleich zu anderen?

00:04:24: weil das sind ja irgendwo auch so diese Rudeltiere.

00:04:27: Ich würde nicht sagen dass es ein trauriger Moment war sondern eher einen Moment der mir total Angst gemacht hat.

00:04:34: Weil ich ja nicht wusste was ist anders.

00:04:37: also ich habe lange Zeit auch gedacht bestimmt Ein Jahr stand auch so diese Frage im Raum hat er eine schwerwiegende Erkrankung.

00:04:46: Und gab es einen Schlüsselmoment, wo du sagst hier an der Stelle merk ich das ist schon noch mal ein extremerer Unterschied gibt also den man nicht einfach nur wegreden kann wie vielleicht schlecht geschlafen oder die war krank und deswegen hat sie jetzt hier an dem stelle vielleicht noch nicht diesen Meilenstein erreicht in die App oder des Buchs sagt?

00:05:05: Also es war generell an vielen Punkten einfach oft so eine Irritation bei mir da Weil ich war schon eine Mama, die war sehr integriert.

00:05:15: Ich hab viel gemacht.

00:05:16: Ich war viel mit anderen Mamas so unterwegs und es war an so vielen Punkten.

00:05:20: Es war eigentlich an allen Punkten anders wie mit den Kindern der Anderen.

00:05:25: Also das war sowohl dieses Thema dass mein Kind einfach immer Aufmerksamkeit gebraucht hat.

00:05:31: Der konnte nicht für zwei Minuten einfach mal auf der Krabbeldecke sein.

00:05:37: Er musste am Arm ... an mir sein, der musste mich spüren.

00:05:41: Ich musste mit ihm

00:05:42: bewegen.".

00:05:43: Der ist nachts ein halbes Jahr lang alle vierzig Minuten aufgewacht.

00:05:48: Er hatte riesengroße Probleme dabei meine Nippel zu finden und alle waren so, hey was ist denn da los?

00:05:54: Ich hab voll die guten stillen Nippeln, wurde mir immer gesagt!

00:05:58: Aber es hat halt trotzdem nicht geklappt.

00:06:00: und das war so... Es war halt immer so dieses Was isn' da

00:06:03: los?".

00:06:03: Und dann sagen die natürlich ganz viele Ach, das gibt sich schon wieder.

00:06:07: Jedes Kind ist ja individuell, lasst dem Kind seine Zeit, jedes Kind hat seine eigene Zeit.

00:06:14: und selbst als ich mich dann irgendwann mal getraut habe mit dem Kinderarzt zu sprechen und so meine Sorgen zu äußern und zu sagen Ich glaube da is irgendwas sondern hab ich das so aufgezählt.

00:06:25: Ich mein meinen Sohn hat mit drei Jahren noch nicht gesprochen.

00:06:29: Selbst da hat der Kinderarz gesagt Entspannen sie sich mal, also es gibt die Ladespeaker.

00:06:37: Und dann nicht weiß ich noch genauer hat dann gemeint weil ich hab auch gesagt ne?

00:06:40: Auch motorisch ist das ziemlich auffällig und der ist sehr weit hinten dran und das ist ja für den Mama was total schlimmes so etwas zu sagen weil du willst eigentlich nicht wahrhaben Du willst ja nicht bemerken dass alle anderen irgendwie schon laufen krabbeln Roller fahren was auch immer und dein Kind irgendwie noch gar nicht so richtig weiß, wuzu hab ich eigentlich Hände und was mach' ich mit meinen Füßen und so?

00:07:02: Jetzt übertrieben gesagt.

00:07:04: Und der Arzt wollte dann nur von mir wissen, dass ich glaub mein Sohn war ein zweieinhalb... ...und er hat dann nur gefragt, wer kann der Laufrad

00:07:12: fahren?!

00:07:13: Ich hab gesagt ja, Laufrady fährt das super!

00:07:14: Ja, ist alles okay.

00:07:17: Kommen Sie nochmal wenn da drei ist und dann gucken wir mal, da gibt's diese Late-Speaker.. ..und da zeigt sich das oft nach dem dritten Lebensjahr ob es dann Passt, ob die dann plötzlich aufholen und bis dahin entspannern sie sich mal.

00:07:31: Leichter gesagt als getan weil man beobachtet ja dann trotzdem und vielleicht sogar noch fokussierte und es fallen immer mehr Sachen auf.

00:07:38: Wie war denn dein Weg euer Weg zur Diagnose?

00:07:42: Also wann hast du denn gesagt okay was der Kinderarzt sagt mag für manche passen aber für mich nicht.

00:07:47: ich möchte es genauer wissen und das ergründen.

00:07:50: Ja der war sehr steinig.

00:07:52: also es ist ja auch wenn du ein Kind hast dann bist du ja auch nicht komplett alleine mit diesem Kind, sondern du hast einen Partner, eine Partnerin in der Regel.

00:08:02: Du hast Eltern, Großeltern, wir haben so ein familiäres Umfeld, Freunde und jeder möchte irgendwie mithreden.

00:08:10: Und jeder hat da eine Meinung dazu!

00:08:13: Es war erstmal für mich total schwierig diese Ängste die ich hatte laut auszusprechen, weil dann werden sie ja irgendwo auch wahr.

00:08:22: Also eigentlich hast du diese Angst in dir und du hoffst, dass das nur dir auffällt und niemandem sonst?

00:08:29: Weil dann kannst du es immer noch so ein bisschen wegschieben und dir denken ich habe mich übertreibt.

00:08:33: Ich mache mir zu viele Gedanken Und ich war die einzige der das aufgefallen ist Und ich habe mich dann irgendwann trotzdem getraut mit meinem Mann darüber zu sprechen und hab gesagt, hey schau mal.

00:08:44: Ich finde es komisch und der krabbelt noch nicht und er dreht sich noch nicht.

00:08:49: Der lässt sich einfach nicht beruhigen.

00:08:51: Ich kann mit dem Kind im Kinderwagen spazieren gehen.

00:08:54: Da ist doch was!

00:08:56: In diesem Moment habe ich mir tatsächlich gewünscht dass er sagt, das ist echt komisch Lass mal gucken gehen.

00:09:03: Ich habe jemanden in meinem Boot gebraucht, ich wollte jemanden haben der mir auch ein bisschen eine Stütze ist weil das ist schon echt heftig wenn du so alleine die Erkenntnis hast irgendwas stimmt bei meinem Kind nicht und Das hatte ich ganz lang nicht weil mein Mann ist Südländer Und es ist eigentlich auch total schön aber dies sind zu tiefen entspannt Und er war dann immer so, ach lass dem doch Zeit und ach guck mal und was alles gut ist.

00:09:29: Und chill doch mal ne?

00:09:31: Und es hat den Mam genauso... Und irgendwann war das dann so auffällig dass tatsächlich auch in der Kita die Erzieherinnen mit mir gesprochen haben Und die meinten, ja also in manchen Dingen ist es super komisch und da fällt er richtig auf.

00:09:48: Aber in anderen ist er wieder mega sozial und der hat den besten Freund und er spielt mit den Andern und er lacht und er ist auch super empathisch... ...und dann war das aber für mich so der Moment weil das waren die ersten Menschen, die auch was komisch fanden ne?

00:10:05: Und dann hatte ich so einen Push und dann war ich okay!

00:10:07: Ich gehe jetzt zu diesem Kinderarzt und sage ihm dass ich zum SPZ möchte zum sozial-pediatrischen Zentrum.

00:10:14: Ich hatte das schon alles recherchiert, ich hatte das alles in meinem Kopf zu diesem Zeitpunkt da war ja zweieinhalb, da war mir auch schon ziemlich klar dass es Autismus sein müsste.

00:10:25: was es war wirklich so.

00:10:25: ich dachte mir Alles passt!

00:10:28: Alles passt.

00:10:29: und dann bin ich so diesem Kinderarzt und es war ein Kinderarst schon fast in der Rente ne?

00:10:32: So'n alter weißer Mann.

00:10:35: Und ich musste einmal Mut zusammennehmen und zudem sagen ich möchte dass sie mir eine Überweisung ans SPZ überschreiben.

00:10:42: Und ich musste dann auch mit dem Argument kommen, die Erzieherinnen sehen da auch was.

00:10:46: und dann war er halt so krummelig.

00:10:48: Oh mein Gott!

00:10:50: Machen Sie es halt, haben sie eine Wartezeit von zehn Monaten?

00:10:52: Können Sie sich schon mal drauf

00:10:53: einstellen?".

00:10:54: Und dann ging's los.

00:10:56: Dann waren wir am SPZ nach zehn Monaten und auch da wurde mir nach der anfänglichen Untersuchung einer Psychologin ins Gesicht gesagt Ich soll mir den Verdacht aus dem Kopf schlagen dass unser Sohn Autist sei.

00:11:10: Die hat mir das ins Gesicht gesagt.

00:11:12: Und ... Das war ein ziemlicher Tiefpunkt in dem Moment, ich beschreibe es auch im Buch noch mal.

00:11:17: Es war einfach ein krasser Moment, weil ich wirklich dachte, ich hab mir die ganze Zeit was eingebildet und ich glaube, es geht ganz vielen Eltern so, die bei ihren Kindern etwas spüren aber dass nicht so offensichtlich ist.

00:11:30: Gerade wenn's halt die Kombi mit Autismus und ADHS ist.

00:11:34: Ich bin nach Hause gegangen und weiß noch wie ich mich bei meinem Mann entschuldigt habe für all den Stress, den ich in die letzten Jahre gemacht habe.

00:11:41: Und ich meinte so, heyst du mir leid?

00:11:42: Ich hab offensichtlich echt ein Hirngespins gehabt!

00:11:45: Die Psychologin hat jetzt nochmal gesagt Autismus ist auf keinen Fall und ich hör mir das aus dem Kopf schlagen.

00:11:51: und dann habe ich echt einen dreiviertel Jahr Gas versucht alle Sachen, die mich immer noch irritiert haben, wegzudenken.

00:11:59: Er kam dann in den Kindergarten und er kam dann an einen heilpädagogischen Kindergarden weil immer noch klar war irgendwas ist anders.

00:12:06: Vor allem auch die Sprache hat eben sehr krasse Defizite gehabt.

00:12:10: Und in diesem heilpädagogischen Kindergarten, wo eben auch Psychologinnen fest angestellt arbeiten und eine Ergotherapeutin oder eine Lokopäden haben alle nach einem halben Jahr einstimmig gesagt der ist Autist.

00:12:24: Daraufhin haben sie einen Schreiben an das SPZ geschickt und darauf hin sind wir überhaupt erst zur Autismus Diagnostik zugelassen worden.

00:12:35: Und dann haben die Diagnose, surprise!

00:12:39: Er ist voll im Spektrum.

00:12:41: Woher kam das denn?

00:12:43: Also gut bei dem alten weißen Mannarzt kann man es vielleicht ein bisschen nachvollziehen.

00:12:46: Der war irgendwie schon das alte Eisen, der hat so Lassie Pferd vielleicht das gehandhabt.

00:12:50: aber woher kam dass sie in dem SPZ da so ... Die Tests Sie wahrscheinlich gemacht haben sind die alle negativ ausgefallen?

00:12:56: oder hat er sich dann doch so gut verhalten deinen Sohn an dem Tag?

00:12:59: oder wie erklärst du dir das?

00:13:01: Damals hat sie mir gesagt, er is zu sozial.

00:13:04: Sie hat mit ihm gespielt und interagiert.

00:13:07: Und ich verstehe das selbst nicht, aber anscheinend gibt es wirklich noch Psychologinnen die an einem SPZ arbeiten und die nicht wissen dass Kinder im Autismus Spektrum auch Augenkontakt halten, dass sie auch Spiele spielen, dass die auch Rollenspiele mögen dass die auch empathisch sein können.

00:13:26: Die hatte da einfach ein sehr klischeehaftes Bild, diese Psychologin und sie war eben dafür verantwortlich zu entscheiden Lassen wir ihn zur Diagnostik überhaupt zu oder nicht?

00:13:36: Weil da gibt es ja riesen lange Wartelisten inzwischen Und da war einfach so'n Vorfragebogen von ihr denn hat sie ausgefüllt und sie hat gemeint er kommt nicht mal ansatzweise an die Punktzahl um zur Diagnostik überhaupt zugelassen zu werden.

00:13:52: SPZ ist eine Abkürzung, mit der wissen vielleicht manche nichts anzufangen.

00:13:56: Sozial-pediatrischen Zentrum?

00:13:58: Okay da werden die Diagnosen gestellt und an die muss man sich wenden.

00:14:03: Da gehst du einfach mit deinem Kind hin wenn es Auffälligkeiten in seiner Entwicklung zeigt.

00:14:09: Und das Wort einfach nochmal eingeklammert weil ich so einfach krieg mir da einen Termin

00:14:14: Ja, genau.

00:14:14: Also du musst es aber machen, ne?

00:14:16: Du musst lichen und kannst auf einem Kinderpsychater gehen und so... Aber da kriegst du wahrscheinlich auch nicht so einfach nen Termin!

00:14:23: Man muss schon sehr hartnäckig sein und am besten überall sich mal auf die Warteliste schreiben lassen und dann einfach abwarten, weil was anderes ... ja, du hast ja gar keine andere Wahl.

00:14:35: Nachdem sich das dann intabliert hat bzw.

00:14:38: dass ihr das angenommen habt, wahrscheinlich auch dein Mann?

00:14:40: Wie ist da jetzt die Situation gewesen, dass ihr doch noch mal aufeinander als Paar zugehen musstet und anerkennen musstest okay hier ist doch eine Diagnose, die du dir dachtest ausgedacht zu haben und jetzt doch bestätigt wurde.

00:14:51: wie hat denn deine Mann darauf reagiert?

00:14:52: also eigentlich habe ich mir damals von ihm in Entschuldigung erhofft.

00:14:57: Ich dachte mir Alter.

00:14:59: seit vier Jahren sage ich unser Sohn ist Autist und seit vier Jahren werde ich nicht ernst genommen, auch nicht im familiären Umfeld.

00:15:07: Und ich fand da ist eine Entschuldigung notwendig.

00:15:10: also es war ein ziemlich großes Thema.

00:15:11: wir waren dann auch wirklich ein Jahr später bei der Paartherapie weil diese Entschuligung nie kamen und ich eigentlich ein Jahr lang wütend war weil ich mir dachte diese emotionale Last die habe ich alleine getragen.

00:15:27: und ich war dann auch so der Meinung Ich bin diejenige gewesen, die alleine für die Diagnose unseres Sohnes gekämpft hat.

00:15:35: Wäre ich nicht gewesen?

00:15:36: Was wäre denn dann so?

00:15:38: Also ich hab ihnen ganz viel Schuld eigentlich entgegen gebracht und er war eigentlich so der Meinung naja man vertraut halt den Fachleuten du bist ja keine Fachfrau.

00:15:51: Ja aber ich bin die Expertin von unseren Sohn weil ich bin seine Mutter.

00:15:55: also das war halt... Das stand dann schon relativ lange zwischen uns Und war dann auch mal gut, dass wir das therapeutisch aufgearbeitet haben.

00:16:03: Wie ist es jetzt im Alltag?

00:16:04: Also wie Hand habt ihr das?

00:16:07: Mit dieser Diagnose hat sich ja wahrscheinlich ein Weg aufbereitet, wie man damit umgehen kann.

00:16:12: Wahrscheinlich mit Therapie oder zumindest in eurem Art, wie euren Sohn erzieht und wie er mit ihm umgeht.

00:16:21: Was gibt's dafür?

00:16:22: Stellschrauben die dann angewandt wurden auf professioneller Ebene.

00:16:28: Also es ist halt ein Learning und was ich so krass fand, ist dass dich da überhaupt niemand mitnimmt.

00:16:34: Du bekommst kein Leitfaden!

00:16:36: Du bekomst nicht irgendeine Checkliste an die Hand wo man dann sagt also gucken sie mal lesen Sie sich hier ein, ich gucke sie mal hier sondern im Grunde bekommste du Diagnose Und dann heißt okay ciao Wir waren jetzt schonmal im heilpädagogischen Kindergarten und Ich hatte eben auch das Glück Dass ich mich beruflich durch meinen Podcast sehr damit beschäftigt habe und immer mehr in diese Richtung gegangen bin.

00:17:02: Und dann auch für mich selbst so entschieden hab, hey ich möchte da ganz anders mit umgehen!

00:17:09: Und indem ich mich eingelesen habe und mir immer mehr geguckt hab was ist denn wirklich los bei Autismus ja?

00:17:16: Und er hat ja im Nachhinein noch die ADHS Diagnose bekommen.

00:17:20: nur in der Regel wird sie erst ab sechs Jahren gestellt weil du dann in die Schule kommst Genau.

00:17:27: Schule wichtig ist!

00:17:29: Da muss man auch drüber lachen, aber ADHS ist ein Thema... das ist ja nicht nur in der Schule es ist vor allem auch zu Hause und es ist einfach einen riesen Konfliktpotenzial Zuhause wenn das Kind mit ADHS nicht richtig erkannt und gesehen wird.

00:17:44: Und für mich war's vor allem so'n Mindset-Shift.

00:17:47: Also ich hab krass angefangen an mir selbst zu arbeiten und innere Glaubenssätze aufzulösen.

00:17:55: Und zu gucken, was denke ich eigentlich über Familie?

00:17:58: Was ist für mich normal?

00:18:01: Wie hat sich ein Kind zu verhalten damit es als gut angesehen wird?

00:18:06: Weil das ist ja schon sehr präsent bei uns in der Gesellschaft.

00:18:10: Wir ecken sehr häufig an wenn wir irgendwo sind weil sich unser Sohn nicht so verhält wie sich ein kind zu Verhalten hat.

00:18:19: Das erfordert einfach sehr viel Mut finde auf der Seite der Eltern, zu sagen hey ich guck da jetzt hin und schau wie es anders geht.

00:18:28: Und wie wir eben außerhalb dieser Norm trotzdem unser Ding machen und sagen hey das ist gar nicht so dramatisch!

00:18:35: Ja mein Sohn ist Autist.

00:18:37: ja und?

00:18:38: Ist es so schlimm?

00:18:38: also es gibt so viele Menschen die haben ein krass... Also sie sind so krasse erfolgreiche Persönlichkeiten vielleicht gerade durch ihre Autismusdiagnose oder durch ihre ADHS Diagnose.

00:18:50: und meistens Denken die Leute, das ist was total tragisches und was total Schreckliches.

00:18:55: Und du musst dich jetzt mit deinem Kind einschließen und kannst irgendwie gar nicht mehr rausgehen.

00:19:00: Aber wenn Du für Dich beschließt und sagst hey mein Kind ist einfach mein Kind und das ist die allercoolste Socke, die ich kenne!

00:19:07: Wir gucken jetzt einfach welche Stellschrauben müssen wir drehen damit es für uns als Familie cool ist?

00:19:13: Weil alle anderen sind doch eigentlich egal.

00:19:15: Also was juckt mich die Frau auf der Straße?

00:19:18: Die sich da jetzt vielleicht dran stört, dass mein Sohn irgendwie einen Ausraster hat.

00:19:22: Was interessiert mich?

00:19:23: irgendwie jemand im Urlaub, der zwei Wochen lang neben uns kämmt und sagt...

00:19:27: Äh, der Lernpigel

00:19:28: geht gar nicht!

00:19:30: Ja sorry aber ist halt nun mal so.

00:19:32: wir sind halt nicht die Normen und damit muss man klarkommen.

00:19:35: Und es ist halt leicht gesagt mit Damit musst du klar kommen Aber das ist halt Learning über Jahre hinweg und du musst immer wieder an dir selbst arbeiten.

00:19:42: Und immer wieder bist du mit deinen eigenen Themen konfrontiert und muss immer wieder gucken, hey warum triggert mich das jetzt so krass?

00:19:49: Wie kann ich es anders machen?

00:19:51: Hast Du mal so Situation im Alltag?

00:19:53: also jetzt hast Du ja gerade den Campingplatz beschrieben oder Den Lärmpegel vielleicht auch wo Dein Sohn einfach anders ist dass Ich mich da ein bisschen rein denken Kann.

00:20:07: Also das ist immer schwierig, weil ja auch die Persönlichkeitsrechte meines Trunes da berührt sind.

00:20:13: Aber ich mach's mal so ein bisschen allgemeiner, weil ich habe ja auch in meinem Podcast eine große Community und die schreiben mir auch ganz viel über ihre Kinder.

00:20:21: also zum Beispiel es ist so ein Thema dass Kinder mit einer Neurodivergenz allgemein sehr schlecht warten können.

00:20:29: Das heißt sie sind in der Schlange.

00:20:31: sagen wir mal Du bist oft an der Eisdiele und da ist eine relativ lange Schlange, dann kann es sein dass dieses Kind damit überhaupt nicht klar kommt.

00:20:39: Und dann fängt's an zu schreien, dann fängst vielleicht auch an Menschen in der Schlange zu beleidigen.

00:20:44: Boah ey könnt ihr mal schneller?

00:20:46: was für langsame Schnecken ey!

00:20:49: Wann komme ich endlich dran?

00:20:51: Und dann ist das nicht so.

00:20:51: dieses wo vielleicht andere Kinder spüren Oh, ne?

00:20:55: Das eckt jetzt gerade an.

00:20:57: Das finden hier viele Leute vor und hinter mir in der Schlange irgendwie doof.

00:21:01: Das ist dem Kind relativ egal, das sind einfach so Kinder die hauen es halt raus.

00:21:06: oder am Supermarkt wenn du in der Kasse stehst und da ist eine lange Schlange und du sagst zum Beispiel auch nein!

00:21:12: Es gibt nicht diese Süßigkeit, die da an der Kassel steht.

00:21:16: Du kriegst nichts Und dann ist es vielleicht so ich habe ja auch eine Tochter.

00:21:20: Wenn ich zu dir sage Dann kommt vielleicht ein, zwei Mal auch mal noch mal bitte.

00:21:24: Ich will unbedingt ... Och Menno!

00:21:26: Sondern dann brüllt das Kind vielleicht einfach los und haut so klassisch ADHS-mäßig die schlimmsten Schimpfwörter raus.

00:21:33: Die sind ja super impulsiv.

00:21:35: Das sind die Emotionen da und die sind zu hundert Prozent da.

00:21:38: Und die können es nicht so dämmen und sagen okay ist jetzt gerade nicht das Setting.

00:21:42: Wow

00:21:42: ok verstanden

00:21:44: Wie handtest du das denn?

00:21:45: Freu ich mich nämlich grade selber so ein bisschen wenn Du mit Deinem Sohn Er geht ja in die Schule und vielleicht macht er noch ein Sportverein, ich weiß es nicht.

00:21:53: Da gibt's dann Berührungspunkte mit Autoritätspersonen... ...und auch anderen Gleichaltrigen und natürlich auch Eltern!

00:22:00: Und jetzt in so lockeren Kontexten wie Supermarktschlange, Campingplatz wo die anderen alle egal sind?

00:22:05: Da würde ich sagen schwamm drüber wir sind eine Familie da funktioniert das Prinzip.

00:22:08: aber an dem Moment wo dein Kind ja in festen Strukturen ist.. ..ist es ja auch dein Wunsch das möglichst gut zu integrieren und möglichst auch dafür zu sorgen dass das Kind entsprechend gut aufgefangen angenommen, oder auch so sein darf wie es ist ohne dass das zu sehr entzwinge gerät.

00:22:24: Also ich habe ein Beispiel bei mir, ich bin selber Fußballtrainer und da ist ein Kind was mit ADAS unterwegs ist und ich käme mich ja ein bisschen aus aufgrund meiner Zeit aus der Jugendhilfe,

00:22:33: d.h.,

00:22:33: ich weiß bestimmte Maßnahmen wie du läufst jetzt hier eine Runde um Platz sie haben überhaupt gar keinen... Die haben kein Effekt, das interessiert die überhaupt nicht.

00:22:40: Und wenn er da sagt, ich mach jetzt mal ein eigenes Ding und gucke jetzt die Vögelhüme an oder ich setze mich hier auf den Boden und spiele mit dem Sand im Boden dann weiß ich, dass muss ich jetzt nicht irgendwie mit harten Konsequenzen irgendwie sagen hey, es funktioniert ja nicht wie so in einem Team.

00:22:50: Das ist dem völlig egal!

00:22:52: Ich frage mich da manchmal also da ich weiß es und kann ihm dementsprechend anders damit umgehen.

00:22:57: aber ich glaube für viele Trainer oder Lehrer wobei Lehrer mittlerweile auch da an der hin sich geschult sehen müssen Aber auch andere Eltern und auch andere Mitspielende Brauchen die einen Kontext.

00:23:08: also gibst du dann ein Kontext als Mutter vor oder sagst du ja ne, da hab ich gar nicht die Zeit oder die Musse dafür geben das immer zu erklären wie er sich am besten in solcher Situation verhalten soll.

00:23:16: Es ist total individuell und situativ und es ist ja erst auch mal so.

00:23:20: das Thema mach ich eine Diagnostik mit meinem Kind oder nicht?

00:23:24: Und ich kenne viele Eltern, die haben dann riesen Thema damit und sagen hey, ich möchte mein Kind aber nicht abstempeln.

00:23:31: Ich möchte meinen Kind in die Schublade schieben.

00:23:33: Oder ich möchte meinem Kind auch nicht Chancen verbauen mit einer Autismusdiagnose.

00:23:36: Das sind ganz viele Ängste damit verbunden.

00:23:39: Manche haben mich schon mal gefragt, kann mein Kind einen Führerschein machen wenn das eine Autismus-Diagnose hat.

00:23:46: Und gleichzeitig finde ich, also das ist eine ganz individuelle Entscheidung, die man einfach gut überlegt treffen sollte.

00:23:53: Aber man sollte sie immer für das Kind treffen und nicht für sich selbst.

00:23:57: Find' ich ganz wichtig, dass man wirklich einmal guckt was es für mein Kind das Beste?

00:24:01: Weil dein Kind isst so wie's ist ob es nun diese Diagnose hat oder nicht.

00:24:06: Es verändert sich ja nicht in seinem Charakter dadurch!

00:24:09: Wenn es die Diagnos gibt dann ist die oft eine Türe für mehr Toleranz und mehr Verständnis.

00:24:19: Also ich habe zum Beispiel bei uns, wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus Und ich hab unser Nachbarn erzählt Ich weiß nicht wie das gegangen wäre wenn ich das nicht erzählte da hätten die wahrscheinlich schon viel mal die Polizei gerufen Weil unser Sohn ja oft in diesen krassen Emotionen der ist so drin und es sind dann oft wirklich Kleinigkeiten.

00:24:38: aber Als Nachbar, also wenn ich selbst meine eigene Nachbarin wäre.

00:24:41: Ich hätte da auch schon mal die Polizei gerufen und gesagt hey... Da passiert irgendwas mit dem Kind!

00:24:45: Also die Eltern machen was mit ihrem Kind.

00:24:47: Wie schaffst

00:24:48: du dich da selber zu regulieren?

00:24:49: Wenn dein Sohn so außer sich ist weil wir als Menschen und speziell als Säugetiere die in der Kuregulation ja am besten funktionieren im Normalfall springen ja auch darauf an wenn jemand so krass außer sich ist und gerade wenn das Bindungsverhältnis so eng ist, wie schaffst du es selber da ruhig zu bleiben?

00:25:10: Falls du es schaffest.

00:25:11: Ja muss dich trainieren also muss ich zwei Jahre lang trainieren.

00:25:15: am Anfang bin ich natürlich genauso mit er ging hoch ich ging mit und ich habe dann auch gemerkt dass total scheiße ist bringt gar nichts und Ich hab angefangen ganz viel zu meditieren.

00:25:24: tatsächlich.

00:25:26: Also ich schaffe das nur wenn ich in meiner Balance bin und das einfach absolut essentiell Dass es mir gut geht Weil nur so kann ich korrigulieren.

00:25:34: Das heißt, ich gucke auf meine Ernährung und ausreichend Schlaf bekommen.

00:25:38: Ich muss mein eigenes Wohlbefinden als wirklich als Priorität ansetzen.

00:25:42: Das ist ja das was du in allen gängigen Gratgibbern so liest ne?

00:25:46: Als Mama!

00:25:47: Nur wenn dein Krug voll ist dann kannst du auch etwas an deinen Augen abgeben genau Und es ist auf so ein Klischee und gleichzeitig ist es der einzige Weg um dein Kind gut koregulieren zu können.

00:26:00: Oder du kannst eigentlich auch nur mit deinem Kind in Verbindung gehen und das wirklich begleiten, wenn du mit dir selbst in Verbindungen bist?

00:26:07: Und ich merke es auch jedes Mal!

00:26:08: Weil wenn ich gerade selbst nicht in Verbinderung mit mir bin und es mir nicht gut geht und ich bin selbst gestresst zack fahre ich ihn an.

00:26:16: Zack reagiere ich so wie ich eigentlich nicht reagieren will.

00:26:19: Wenn's mir gut geht, wenn ich auf mich selbst achte... Also ich habe ja dann auch in diesem Rahmen mit der ganzen Diagnostik meines Sohnes irgendwann selbst eine Diagnose gemacht für mich selbst und eine ADHS-Diagnose bekommen.

00:26:31: Autismusdiagnose noch ausstehend, weil ich gemerkt hab, boah krass!

00:26:36: Seine Themen sind auch voll meine Themen.

00:26:38: Und wie kann ich dann für mich besser sorgen?

00:26:40: Wie kann ich denn besser gucken dass es mir gut geht?

00:26:43: Ich habe dann mit ADHS Medikamenten angefangen und plötzlich bin ich nicht mehr so impulsiv.

00:26:48: Man kann plötzlich mehr nach mir gucken überlaste mich nicht mehr regelmäßig mit der Arbeit und bin dann eigentlich schon völlig fertig, wenn ich ihn von der Schule oder vom Hort abhole.

00:26:58: Dann war das klar, da kann ich nicht mehr groß auf ihn eingehen und du brauchst diese Energie um wirklich diese krassen Gefühlsstürme dieser Kinder auch gut begleiten zu

00:27:07: können.".

00:27:08: Du hattest dein Mann vorhin als eher lockerer beschrieben was auch so die Diagnose anbelangt beziehungsweise ob überhaupt eine Diagnosis gestellt werden soll.

00:27:19: Jetzt, wo die Diagnose da ist, würdest du sagen sein Umgang hat sich um hundred und achtzig Grad gedreht.

00:27:25: Und ihr zieht an einem Strang.

00:27:26: oder ist es noch eher dein Feld?

00:27:28: Weil Du auch mehr Expertinnen geworden bist in dem Feld was ja auch eine Wahl ist?

00:27:33: ne

00:27:34: Es ist auch bei ihm ein Weg.

00:27:36: ich würde mal so unter uns Hört sonst niemand würde ich mal sagen dass Ich schon mit meiner Erfahrung und Ja meine Einstellung zwei, drei Jahre voraus bin.

00:27:49: Weil ich mich einfach viel intensiver damit beschäftige und einlese.

00:27:54: Und gleichzeitig gab es eben auch bei uns so dieses Moment wo ich zu meinem Mann gesagt habe hey du musst auch in Therapie gehen Du musst deine Trigger mal angucken weil das geht so nicht mehr.

00:28:04: ne also ihr beide mein Mann und meinen Sohn die sind oft einfach so Blitz ableiter füreinander und pahm ran aufeinander und ist explodiert.

00:28:14: und als Außenstehende kann ich das Dadurch, dass ich das selbst gemacht habe.

00:28:18: Ich war auch selbst in Therapie.

00:28:19: Ich hab mit meinen eigenen Triggern gearbeitet und noch mal geguckt.

00:28:23: Warum raste ich so aus?

00:28:24: Wenn mein Sohn das macht... Und es war ein langer Weg bis mein Mann gesagt hat, okay, ich geh auch in Therapien!

00:28:31: Das hat aber wirklich krass viel verändert.

00:28:36: Man ist ja nie fertig irgendwie.

00:28:38: Aber es ist inzwischen deutlich angenehmer und cooler.

00:28:43: Wir haben mehr so ... unser ganz individuelles Bild von Familie und auch in Selbstbewusstsein das nach außen zu vertreten.

00:28:53: Weil du kannst es für dich haben, dann gehst du trotzdem nach Außen Familien feiern Besuch bei Freunden Und da sind dann plötzlich alle irritiert.

00:29:03: Geht es los?

00:29:03: Ja, aber warum?

00:29:04: Also dann müsst ihr doch mal eine Grenze setzen und das geht doch so nicht.

00:29:07: Und dann haben manche auch Angst um ihr eigenes Kind.

00:29:11: wenn dann unser Sohn da Halle Galli Drexau mäßig einmal drüber rast und so.

00:29:17: Das ist dann nochmal ganz eine ganz andere Kompetenz da dann auch selbstbewusst aufzutreten und zu sagen ja sorry Aber ist halt so.

00:29:24: wir gucken dass es für alle irgendwie jetzt gut läuft.

00:29:29: Ja das was ich wünsche auch so ein bisschen meinte wie ... begegnet man Menschen, die mit dem man regelmäßig zu tun hat oder auch nicht.

00:29:35: Das ist ein bisschen aber in Kontexten wo du mit deinem Kind unterwegs bist und dann egal ob jetzt ADRS Neurodivergent oder... Kinder, die halt diese Diagnose nicht bekommen haben.

00:29:44: Wenn sich das eigene Kind daneben benimmt dann hat man als Eltern im ersten Moment mal fällt auf uns zurück.

00:29:50: da kommt dann gleich irgendwie die Frage was oder keine frage war.

00:29:53: die frage steht so ein bisschen raum was habt ihr denn in eurer erziehung falsch gemacht?

00:29:57: und da nicht immer einen solchen erklärbeer modus zu kommen?

00:29:59: ja mein kind hat und bla bla bla.

00:30:01: ich glaube dass es gar nicht so einfach dann guten wegzufinden ist.

00:30:05: die Frage, macht man das dann proaktiv?

00:30:07: Dass man gleich sagt hey du nicht bevor wir hier uns an den Tisch setzen.

00:30:10: Damit ihr alle Bescheid wisst ja hier so und so sieht es aus.

00:30:13: also wenn der hier rumrennt und bla bla bla gehört einfach dazu oder reagiert man auf diese Situationen und hofft dass sie vielleicht nicht eintreten in der Intensität wie man sie vielleicht kennt.

00:30:22: Also ich habe das Learning gemacht für uns.

00:30:24: Es ist das Beste wenn ich's vorab anspreche Also das ist oftso Dann sind die Leute viel toleranter Viel Verständnis voller Und wenn ich es nicht anspreche, dann hab' ich das oft im Nachhinein durch ein Streitgespräch oder erst eine Eskalation und da muss man's doch erklären.

00:30:42: Im nachhineinen denkt sich so auch Mann!

00:30:44: Das wär natürlich schön, wenn alle Menschen die außerhalb der Norm sind einfach so akzeptieren würden wie sie sind.

00:30:52: aber da sind wir halt noch lange nicht.

00:30:54: Ja und gleichzeitig ist es ja auch so dass jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat ne?

00:30:58: Also...

00:31:01: Auf der einen Seite verstehen wenn sich Leute darüber aufregen, wenn sich irgendjemand ins Ruhrabteil sitzt mit einem Kind was recht... ...aufgedreht ist.

00:31:09: Was auch immer es für eine Diagnose hat und da recht laut rumgerufen wird das diejenige stille möchte.

00:31:15: und auf der anderen Seite kann ich ja auch Die Eltern verstehen die alle Hände voll zu tun haben mit dem kind.

00:31:21: also Es sind immer beide Seiten und Auch der, der sich aufregt kann ja eine Diagnose haben die nicht gestellt worden ist.

00:31:30: Also und die Wahrscheinlichkeit ist relativ groß.

00:31:32: also ich glaube mit diesem Verständnis und mit der Perspektive das muss dann dreihundertsechzig Grad sein und in alle Richtungen gehen.

00:31:40: Und gleichzeitig hat natürlich ein Kind immer die größten Bedürfnisse weil es einfach ein Kind ist und per se sich schlechter regulieren kann als ein Erwachsener im Normalfall.

00:31:49: Du hast ja von so ein bisschen beschrieben dass du diesen Werdegang durchlebt hast und keiner so richtig von den Ärzten und vom SPZ das so anerkannt hat.

00:31:59: Und du dann auch für dich die ganze Zeit diesen Weg selber herausfinden musst, war es auch der Grund warum du das Buch geschrieben hast?

00:32:04: Anders glücklich Familienleben jenseits der Normen um so ein bisschen eine Guide Line zu geben oder einen Weg aufzuzeigen.

00:32:13: Ja total also.

00:32:15: ich mache ja eben seit acht Jahren hauptberuflichen Podcasts und es war schon immer ein Podcast für Eltern mit herausfordernden Kindern.

00:32:23: Inzwischen ist es eben ein richtiger Neurodivagenz-Podcast und ich kriege im Alltag einfach so viel Traurigkeit, Überforderung, Scham.

00:32:35: Und auch dieses Suchen nach einer Leitlinie mit was mir die Menschen schreiben... wirklich zu achtundneinzig Prozent sind das Mütter, leider und noch ganz wenige Väter.

00:32:45: Aber die finden sich einfach nicht richtig zurecht, denn sie fühlen sich lost!

00:32:49: Die wollen eigentlich für ihre Kinder die besten Eltern sein.

00:32:52: und gleichzeitig ist es so fucking anstrengend und so kräftig sehrend und viele wissen immer noch nicht hey was isst denn jetzt bei meinem Kind?

00:33:00: Und ist es Autismus, ist es ADHS?

00:33:02: und deswegen war's mir so wichtig solchen Eltern irgendwo mal ein Buch zu geben, das so alles einmal umreißt.

00:33:10: Also ich habe ganz viel Diagnostik am Anfang drin wo man wirklich wenn man sich das durchgelesen hat dann kann man ziemlich sicher sagen ist es Kind im Autismus Spektrum oder im ADHS-Spektrum?

00:33:22: Oder hat's eine Hochbegabung?

00:33:25: oder ist es vielleicht auch noch in dem PDA Profil mit drin?

00:33:28: Das ist ja auch nochmal so eine Besonderheit wie viele in dieser Nische irgendwo bewegt Und dann aber auch zu zeigen, okay jetzt hast du vielleicht ne Ahnung oder du hast schon eine offizielle Diagnose und was machst Du jetzt damit?

00:33:41: Und viele sind einfach in diesem ja in diesen Mainz drin.

00:33:44: Shit!

00:33:45: Also wir haben halt einfach die Arschkarte gezogen.

00:33:49: Unser Kind hat die Arschkarte gezogen.

00:33:51: ich weiß nicht nur kann das jemals alleine leben.

00:33:53: wird es dem als Partner Partnerinnen bekommen?

00:33:56: werde Ich überhaupt Jemals irgendwie was tun können?

00:33:59: Was mir gut tut und ist sind einfach krass erschöpft.

00:34:03: Und ich hatte halt die Möglichkeit auch dadurch, dass ich sehr spirituell in meinem Alltag schon immer war und eine Yoga-Lehrerausbildung hab.

00:34:10: Und da viele Techniken für mich rausziehen konnte, auch zu gucken hey wie kann es anders gehen?

00:34:16: Was können wir machen?

00:34:17: was können wir schiften wo können wir noch mal an uns selbst arbeiten?

00:34:21: was für Themenfelder können wir bearbeiten damit wir am Ende auch wieder sagen können Hey unser Familienleben ist schön so wie's ist weil wir leben halt nur einmal.

00:34:32: Und ich finde es so krass, wenn man dann irgendwann sich so aufgibt und sagt ja okay mein Kind ist Autist.

00:34:39: Mein Kind ist autistin und das war's jetzt für mich.

00:34:41: Wir gehen nicht mehr in Urlaub wir gehen irgendwo hin und das ist der Alltag von ganz vielen Eltern mit neurodivergenten Kindern dass die sich irgendwo auch aufgeben oder nicht mehr die Energie haben zu gucken was könnte uns denn gut tun?

00:34:55: wie könnte es funktionieren?

00:34:56: So dieses Wie könnte es gut werden?

00:34:59: Was könnte uns gut tun, damit wir wieder mehr in die Kraft kommen.

00:35:03: In die Energie kommen und das irgendwie auch wieder lebenswert machen diesen

00:35:07: Alltag.".

00:35:10: Was würdest du denn anderen Eltern sagen, die gerade am Anfang von ihrer Reise stehen?

00:35:15: Und vielleicht dieses Gefühl von Überforderung, von zu viel Mental Load haben, zu viele Dinge um die ich mich kümmern muss neben meiner Beziehung, neben meinem Job, neben meiner Freizeit, neben meinen Eltern sein... Das kommt ja quasi noch on top!

00:35:30: Weil viele Kinder, wo die merken, dass es viel wird in der Familie tendierender zu sich anzupassen und stiller und leiser zu werden.

00:35:40: Und dann gibt's ja auch Kinder, die sagen, sobald der Druck steigt, steigt auch bei mir innerlich der Druck.

00:35:46: Ich gehe eher nach außen als nach innen.

00:35:49: Vielleicht sagen manche Eltern jetzt ich schaffe das nicht.

00:35:51: was würdest du mitgeben?

00:35:54: Also zum einen möchte ich denen gerne sagen Es wird immer und immer und besser Wirklich also diesen Optimismus.

00:36:03: Je mehr ihr darüber lernt, also Wissen ist wirklich Macht in diesem Sinn und lest euch ein schafft euch wissen Und auch Erkenntnisse.

00:36:15: guckt einfach mal rein in diese positiven Zeiten auch.

00:36:18: Also wirklich mir hat es so gut getan erwachsenen Menschen im neurodivergenten Spektrum auf Instagram zu fahren und zu sehen hey krass Wow, die erzählt in ihrer Kindheit war sie so wie mein Sohn.

00:36:31: Und jetzt ist die Pharmazeutin und hat ein eigenes Unternehmen aufgebaut... ...und rockt ihr Leben krass!

00:36:38: Das ist machbar ne?

00:36:39: Also zuerst muss ich erst mal sehen das es machbar dass solche Menschen auch in dieser Gesellschaft sich behaupten können und glücklich werden mit dem was sie einfach individuell ausmacht.. ..und da einfach mutig reinzugehen und nicht irgendwie so Ja, die Augen davor zu verschließen.

00:36:58: Oh Gott ist alles so schrecklich.

00:36:59: oh nein!

00:37:01: Sondern wirklich zu sagen hey was wenn?

00:37:06: Also was wenn das vielleicht richtig gut wird?

00:37:09: Was wenn mein Kind genau so wie es ist, richtig ist und in diese Richtung zu gehen Und dann einfach mutig auch da hinzugehen und die Baustellen anzugehen, die man vielleicht in Bezug dazu hat

00:37:22: Wer

00:37:22: ist doch gleichzeitig okay Es nicht so wird.

00:37:27: Ja natürlich ist ja logisch, also ich sag auch dein Kind muss jetzt nicht irgendwie der nächste Superstar werden... ...der nächste Oscar-Gewinner oder die Oscar Gewinnerin.

00:37:37: es ist halt das Mindset!

00:37:38: Das ist dein Mindset dass du hast und das gibst du auch immer an dein Kind weiter.

00:37:42: Also brauche ich meinem Kind was zu?

00:37:45: Habe ich das Gefühl hey mein Kind das rockt

00:37:46: richtig?!

00:37:47: Das spürt deinen Kind Oder haste dein Kind eigentlich aufgegeben?

00:37:51: Naja Ich finde es gibt tatsächlich einen krassen Unterschied zwischen ich traue meinem Kind zu, etwas... ...zu erreichen und etwas in seinem Leben... ...zumachen.

00:38:03: Und gleichzeitig das Fundament von bedingungsloser Liebe.

00:38:07: Und da eine gute Wippe hinzukriegen glaube ich ist manch der Eltern nicht so gut gelungen in der Vergangenheit.

00:38:14: Und ab da wird Liebe immer an Bedingung geknüpft ne?

00:38:18: Also ja!

00:38:19: Ich traue meiner Tochter zu viele Dinge zu erreichen, ist es mir am Ende wichtig?

00:38:25: Mir ist am Ende das wichtig, dass sie für sich ein Leben ausgestalten kann was zu ihr passt.

00:38:29: Und ob das heißt, dass hier irgendwie etwas wird, was in der Gesellschaft anerkannt ist oder nicht spielt für mich jetzt nicht so eine übergeordnete Rolle weil dann bin ich ein weiteres Puzzleteil in der Leistungsgesellschaft die ich kritisiere aber auf ne sehr indirekte Art und Weise.

00:38:44: Ja nee, das ist gut, dass du das noch mal sagst, weil das ist super essentiell Und ich vergesst es oft noch mal zu erwähnen, aber das ist auch tatsächlich ein Kapitel in meinem Buch.

00:38:53: Es wirklich so dieses Wie gehe ich mit vergleichen um und wie schaffe ich es?

00:38:57: In meiner eigenen Zeit zu leben weil man eben oft sagt naja mit so einem Alter Mit vier Jahren kann ein Kind heute fahrer.

00:39:05: also Ich konnte mit drei jahren Fahrrad fahren Skifahren und schwimmen So ne das war so mein status quo.

00:39:12: Dann da aufs Aktiv Und dann da zu akzeptieren, hey für meine Kinder gehe ich einen anderen Weg.

00:39:21: Und klar das triggert mich manchmal!

00:39:23: Wir waren jetzt an Weihnachten im Urlaub in den Bergen und alles in Skifahren gegangen.

00:39:29: Ich habe auch wieder so zu meinen Kindern gesagt hab dir nicht mal Lust ein Skikurs holt ihr mal?

00:39:34: Und dann hat meine Tochter gesagt ja uns sie war dort und wir mussten wieder gehen und sie ist nicht einmal auf den Skiern gestanden.

00:39:39: Das ist schon so... Aber genau das ist ja auch so das Learning, dass du wirklich sagst wir leben unseren Weg und der hat nichts.

00:39:48: Also selbst wenn du jetzt guck mal... Wenn du Neurodivergent in den Kinder hast dann geht es ja schonmal da los, dass Du dir überlegst können die in eine normale Schule gehen?

00:39:56: Können sie in eine Regelschule gehen?

00:39:57: Kann mein Kind einen normalen Schulabschluss machen?

00:39:59: und da bist du ja schon total drin in diesem Leistungsgesellschaft Und du musst da eigentlich aussteigen um überhaupt für dein Kind irgendwo die richtigen Weichen stellen zu können für seine mentale Gesundheit.

00:40:12: Anders glücklich, Familienleben jenseits der Norm mehr innere Leichtigkeit und Akzeptanz mit neurodivergenten Kindern.

00:40:18: Isar das war sehr schön mit dir zu sprechen auch über dein neues Buch und wer da tiefer einsteigen möchte dem sei dein Buch empfohlen und natürlich auch dein Podcast High Baby.

00:40:28: den gibt es in zwei Jahren zehn Jahre, zwahltausend achtzehn gegründet und solange glaube ich sind wir schon Weggefährten auf diesem Weg durch die Medien.

00:40:35: als Influencer Eltern Ich lass uns nicht so bezeichnen.

00:40:39: Auf jeden Fall war es sehr, sehr spannend mit dir darüber zu gehen.

00:40:42: Vielen Dank!

00:40:43: Danke dass ich da sein durfte.

00:40:46: Das waren

00:40:47: beste Vaterfreuden eine Produktion von auf die Ohren.

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